Odenwälder Apfelherbst: Pflege von Streuobstwiesen wird durch Gold in Flaschen belohnt

Der Förderverein Odenwälder Apfel e.V. lädt ein: leckere Produkte – so vielfältig wie das Leben auf der Streuobstwiese!

Der November ist die Zeit, wenn die Früchte von Odenwälder Streuobstwiesen vollreif geerntet sind und zu leckeren Genussprodukten werden: die Keltereien liefern naturreinen Apfelsaft, in den Brennereien wartet Eingemaischtes auf die Veredelung, allerorten duftet es köstlich: von der hausgemachten Marmelade bis zum Streuobstwiesen-Edelbrand gibt es bei den Mitgliedsbetrieben des Fördervereins zahlreiche Genüsse.

Sie sind das Ergebnis von aufwändiger Pflege und Sorgfalt, denn ob eine hochwertige Qualität geerntet werden kann, hängt davon ab, dass man sich das ganze Jahr um die Obstbäume auf den Wiesen kümmert. Schon bei der Baumpflanzung ist der Erfolg vorbestimmt, und bis die ersten Früchte geerntet werden können vergehen viele Jahre. Zeit, in der die Bäume durch richtigen Schnitt unterstützt und durch ökologische Maßnahmen vor Krankheiten geschützt werden müssen. 

Achten Sie auf Ihrer nächsten Odenwaldtour mal darauf: wie sehen die Streuobstwiesen aus? Sind die Wiesen gemäht oder stehen die Bäume in Dornen und Brennnesseln? Strecken sich gesunde Äste dem Himmel entgegen oder sind die Baumkronen von Wassertrieben und Mistelbüschen durchzogen, hängen gar abgestorbene Teile im Geäst?

Sie werden sehen, dass überall dort, wo Sie auf gut gepflegte Wiesen stoßen, ein Betrieb mit dem Apfellogo nicht weit ist. Wo Sie das Apfellogo sehen, lässt es sich gut sein – für Gäste und Genießer genauso wie für regionaltypische Obstbäume und ihre gesunden Früchte. Text: M. Hiller

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Weißanstrich von Jungbaumstämmen

Schutz der Rinde junger Obstbäume vor Krankheiten und Schädlingen

Foto: Anke Braun

Insbesondere an kalten, frostigen und sonnenreichen Tagen, an denen die Sonne jedoch durch ihre Strahlen kräftig wärmt, sind die dunklen Stämme der jungen Obstbäume sehr unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt und können sich auf der Sonnenseite stark erwärmen. Es ergibt sich eine Spannung gegenüber der noch kalten Schattenseite des Stammes. Die Folge sind oft vielzählige Risse in der Rinde, die eine Eintrittspforte für Schadpilze sein können. Die Rinde junger Bäume ist nicht widerstandsfähig genug, diese Spannungen ohne Schädigung zu überstehen. Auch dem Schwarzen Rindenbrand dienen Frostrisse als Eintrittspforte. Die Pilzerkrankung der Rinde tritt immer häufiger auf und stellt für Jungbäume eine existentielle Bedrohung dar.

Ein umfänglicher Weißanstrich der Stämme junger Obstbäume kann deren Rinde vor diesen negativen Einflüssen schützen. Durch die weiße Farbe wird die Sonnenstrahlung reflektiert, die Rinde erwärmt sich gleichmäßiger und die Spannungen werden auf ein zumeist unschädliches Maß reduziert. Auch im Sommer wirkt sich der Weißanstrich positiv gegen immer öfter auftretende Sonnenbrände mit nachfolgenden Nekrosen des betroffenen Gewebes aus. Die zu starke Erhitzung der Rinde und damit das Absterben des Gewebes wird vermieden. Dies betrifft neben dem Stamm auch die Oberseiten der Leitäste – insbesondere, wenn ein starker Pflegeschnitt vorgenommen wurde und die Beschattung dieser durch fehlende Blattmasse deutlich verringert ist. Schädlinge wie der Ungleiche Holzbohrer lassen sich zudem abhalten, in die Rinde einzudringen.

Der Anstrich der Jungbaumstämme sollte bei trockenem Wetter erfolgen. Sinnvoll ist das Streichen direkt nach der Pflanzung bis zu einem Alter, in dem die Rinde eine widerstandsfähige Borke ausbildet. Die Stämme und Äste werden vor Auftrag des Anstrichs von Verunreinigungen befreit, ohne die Rinde hierbei zu beschädigen. Nachfolgend wird der Weißanstrich entsprechend den Herstellerangaben aufgetragen und sollte bis zur endgültigen Trocknung keinem Regen mehr ausgesetzt sein.

Geeignete Mittel sind inzwischen auf dem Markt erhältlich. Je nach Mittel ist der Anstrich jährlich oder mehrjährig zu erneuern. Die einfache optische Kontrolle, ob der Stamm noch weiß ist, klärt oft den richtigen Zeitpunkt. Wird das Weiß langsam schwächer oder bilden sich zu viele freie Stellen am Stamm, dann darf wiederholt werden.

Das Landratsamt Reutlingen hat ein Informationsschreiben zur Beurteilung verschiedener Weißanstriche herausgegeben. Das LTZ Augustenberg hat diese in der Praxis untersucht. Unter folgendem Link des Landkreises Reutlingen kann in der Suchfunktion unter dem Stichpunkt „Weißanstrich“ das Dokument aufgerufen werden: www.kreis-reutlingen.de

Text: Anke Braun

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Schwarzer Rindenbrand

Ein Pilz gefährdet Apfel- und Birnbäume.

Foto: Kerstin Haugrund

Der Schwarze Rindenbrand ist eine Pilzerkrankung an Apfel- und Birnbäumen mit dem Schaderreger Diplodia. Dieser hoch ansteckende Schadpilz verbreitet sich bei warmen Temperaturen (> 10°C, Optimum zwischen 25-30°C). Er lebt sowohl auf abgestorbenem Material als auch symptomlos in den Pflanzen. Vitale Bäume bilden Abwehrzonen aus. Die Rindeninfektion beginnt mit einer dunkelbraunen bis schwarzen Verfärbung, unter der die Rinde leicht einsinkt. Es bilden sich flach verlaufende, leicht eingesunkene und zum gesunden Gewebe hin abgegrenzte Rindennekrosen, d.h. abgestorbene Gewebeteile des äußeren Rindenkambiums. Seit 2003 ist dieses neuartige Schadbild, welches durch Stressereignisse wie Trockenheit, hohe Temperaturen, Nährstoffmangel oder starkem Mistelbefall ausgelöst wird, an jungen Apfelbäumen zu finden. Abzugrenzen ist der Diplodia-Befall von ungefährlichen Schwärzepilzen, die an einer vollständigen Überwallung der Schnittstelle erkannt werden können. Vorbeugende Maßnahmen sind essentiell um den Baumbestand gesund zu erhalten. Im Zuge des Klimawandels kommt der Standortwahl bei Neuanpflanzung (keine südexponierte, trockene und grundwasser-ferne Lage) nun maßgebliche Bedeutung zu. Eine sachgemäße Baumpflege sowie eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung gelten als die entscheidend vorbeugenden Maßnahmen. Dazu zählen ganzjährig weißer Stammanstrich bis weit in die Leitäste zum Schutz vor zu intensiver Sonneneinstrahlung, tiefgründiges Wässern in Trockenperioden, offene Baumscheiben, Bodenverbesserungsmaßnahmen, regelmäßige kaliumbetonte Düngung sowie das Arbeiten mit gereinigtem und desinfiziertem Werkzeug. Der Fachartikel zum Schwarzen Rindenbrand sowie weitere relevante Themen sind zu finden unter: odenwaelder-apfel.de/fachwarte/fachinformationen/ schwarzer-rindenbrand/

Text: Kerstin Haugrund und Anja Herrmann

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Herrlichkeiten kommen hier noch von der Hand

Beerfurther Lebkuchenbäckerei Baumann kreiert seit 1785 klasse Köstlichkeiten

Im Gründungsjahr dieses Traditionsbetriebes hat Friedrich Schiller sein berühmtes Gedicht „An die Freude“ verfasst. Ob er seine Inspiration beim Genuss eines Lebkuchens der Bäckerei Baumann erfahren hatte, ist nicht überliefert. Jedenfalls zaubern seitdem die prima Plätzchen aus Beerfurth immer ein Lächeln auf die Münder der Genießer. Denn die in der elften Generation tätigen Bäckersleute verrichten ihr süßes Handwerk mit Herz und Erfahrung.
Von Ende August bis kurz vor Weihnachten geht der historische Ofen nicht aus, schließlich ist der Kundenkreis groß und will versorgt sein. Die Rezepte sind ein Familiengeheimnis und werden nur in dieser weitergegeben. Außer in regionalen Läden, werden die einmaligen Erzeugnisse auf Bauernmärkten und im gesamten Rhein-Main-Gebiet vertrieben. Gute Kunden kommen vor Ort vorbei und decken sich am hübsch dekorierten Stand der Baumanns im gemütlichen Hof mit Leckereien ein, die bei so manchen Erinnerungen an die Kindheit aufglimmen lassen. Hier schmecken Lebkuchen wie sie sollen – nach viel Liebe. Der Teig wird noch von Hand geknetet; danach wandert er gemächlich durch die Walze. Nach Feinarbeiten geht es ab in den 70 Jahre alten Ofen. Geheizt wird das Trumm zwischen 210 und 230 Grad mit Briketts. Jetzt ist das Gefühl des Bäckers gefragt – und das hat Willi Baumann jr.. Mit dem richtigen Händchen bringen er und Gattin Isabelle den richtigen Glanz auf die Lebkuchen. Keines der Gebäcke enthält Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder Farbstoffe. Das Versprechen „An die Freu(n)de“ des unverfälschten Geschmacks war zu Schillers Zeit gegeben und ist es auch heute noch. Guten Appetit. 

Text: Michel Lang

Foto: Willi Baumann

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Kelterei Krämer: Aus Apfel wird Stöffche…

Seit mehr als 90 Jahren kennt man sich im Beerfurther Betrieb mit Saft und Furchtwein aus

Im Reichelsheimer Ortsteil Beerfurth wird seit 1928 in der Kelterei Krämer Obst zu Säften und Fruchtweinen verarbeitet. Seit den 1960er Jahren hat man sich auf Äpfel konzentriert und inzwischen sind die hydraulische Packpresse und die emaillierten Stahltanks von damals moderner Keltertechnik gewichen. Gekühlte Lagerhallen und Edelstahltanks prägen nun das Erscheinungsbild der Kelterei. Doch am Ende des Produktionsprozesses steht immer noch derselbe Anspruch – dem Kunden ein gutes Stöffchen zu liefern.

Neben Apfelsaft und weiteren Fruchtsäften und Fruchtsaftgetränken gehören vor allem die verschiedenen Apfelweine ins Sortiment der Kelterei. An erster Stelle ist hier der Naturtrübe Schoppen zu nennen, der sich vollmundig und kräftig gibt und Apfelweinliebhaber mitnimmt mit seinem typischen Geschmack, den er den unterschiedlichsten Sorten vieler Streuobstäpfel verdankt. Aber auch der Klare Schoppen ist mit seiner herberen, frischen Note beliebt. Abgerundet wird das Ganze mit einem erfrischenden alkoholfreien Apfelwein – und nicht zu vergessen für die kalte Jahreszeit – dem Heißen Apfelwein. Er ist weihnachtlich gewürzt und erwärmt wird er an kalten Tagen zu einem himmlischen Genuss.

Mit den Apfelweinen der Produktlinie BEMBELWITH-CARE, die in der Kelterei seit 2008 hergestellt werden, gibt eine weichere Note bei purem Apfelwein wie auch den Apfelwein-Mischgetränken den Ton an und begeistert so viele junge Apfelweinliebhaber. Ob mit Cola oder Sauerkirsche gemischt oder mit einem Hauch Quitte fein abgerundet – hier gibt es vieles zu entdecken und von fruchtig über anregend und süß bis kräftig und pur – für jeden Geschmack das richtige.

Jetzt im Herbst ist Saison – die reifen und frischen Äpfel werden verarbeitet und viele fleißige Apfelkunden liefern ihre Äpfel auf den Hof der Kelterei Krämer und tragen hiermit zur Herstellung des leckeren Stöffchens bei. Bis zum 12. November 2021 ist die Apfelannahme noch geöffnet und Äpfel jeder Menge können noch angeliefert werden.

Foto: Arndt Götze

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Vielfalt in der Beerfurther Edelobstbrennerei

Das Sortiment von Volker Ester punktet mit großer Auswahl und Hochwertigkeit

Volker Ester führt die Beerfurther Edelobstbrennerei bereits in der fünften Generation und dies ganz im Sinn seines Traditionshandwerks. Es werden überwiegend heimische Obstsorten zur Herstellung seiner Brände und Liköre verwendet und großen Wert auf den Erhalt der regionalen Streuobstbestände gelegt. Ergänzt durch moderne Technik führt dies zu großem Erfolg seiner Produkte. „Bereits mehrmals wurde meine Brennerei mit dem „Ehrenpreis des Verbandes Pfälzer Klein- und Obstbrenner für herausragende Leistungen ausgezeichnet“, sagt er. „Erst kürzlich erreichte die Brennerei bei 15 angestellten Produkten 10x Gold und 5x Silber.“ Auch im heimischen Odenwald findet seine Arbeit Anerkennung durch die regelmäßige Auszeichnung des Betriebes aufgrund seiner überzeugenden Qualität. Dabei ist es für Volker Ester eine Selbstverständlichkeit, unverfälschte Produkte der Odenwälder Obstgärten herzustellen. Die kurzen Wege ermöglichen eine reife und frische Verarbeitung des Obstes, was sich in der Qualität und Geschmack der Produkte widerspiegelt.

Zur Auswahl in der Brennerei gehören zahlreiche klassische Edelobstbrände, die auch interessante sortenreine Apfelsorten wie Cox Orange oder Goldparmäne, sowie sortenreine Birnensorten wie Williams Christ, Köstliche von Charneux und Mollenbusch beinhalten. Aber auch klassische Brände aus Quitten, Zwetschgen und Mirabellen gibt es. Eine Spezialität stellen hier einige Edelbrände dar, die im Holzfass gelagert wurden.

Ein gänzlich neues Verfahren für die Brennerei: Das in der Region angebaute und in der heimischen Mühle weiterverarbeitete Emmer und Einkorn-Urgetreide wurde sorgfältig zu einem Kornbrand umgewandelt und langjährig in einem Eschenfass gelagert.

Ester selbst ist sichtlich begeistert, wenn er erzählt: „Diese beiden Geschmackskompetenten harmonieren fantastisch miteinander. Für die drei Produkte dieser Sparte gab es als Belohnung in diesem Jahr eine Goldmedaille.“

Wer dem Trend eines Whiskys oder GIN nicht widerstehen kann, wird im Hofladen in der Rubrik „Small Batch“ fündig. Alljährlich werden durch die Kleinststückzahlen sorgfältig interessante Whiskyüberraschungen für die Kennerszene angeboten. Auch der Gin wird hier in vier unterschiedlichen Geschmacksvarianten präsentiert. In diesem Jahr kann man sich über einen „Double distilled RUM“ freuen. Dieser ist durch zweimaliges Brennen außerordentlich weich mit wahnsinnig intensiven Geschmacknuancen.

Text: Anke Braun

Foto: Volker Ester

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Respekt vor der Natur

Eine Baumschnitt-Fachwartin erzählt

Seit Februar 2020 besucht Katharina Schuch den Fachwartkurs des Fördervereins Odenwälder Apfel e. V., durch die Pandemie hat sich alles etwas nach hinten verschoben. Ursprünglich war der Beginn der Ausbildung in zehn Blöcken für Februar 2020 geplant und sollte im Spätherbst 2020 enden. Nun wird es in diesem Jahr noch einen letzten Unterrichtsblock geben, bevor sie mit Zertifikat abschließen kann. Marieta Hiller hat mit der frischgebackenen Fachwartin gesprochen, die von Kindesbeinen an mit Streuobstwiesen zu tun hatte.

Wie gestaltete sich der Kurs?
Katharina Schuch: Er besteht aus zehn Unterrichtseinheiten, jeweils an einem Samstag von 9 bis 17 Uhr. Es gab theoretische Einheiten und praktische Übungen. Theorie der Obstbaumpflege, Praxis Obstbaumschnitt und Obstbaumpflanzung fanden im Winter statt, später folgten Theorie und Praxis der Obstbaumveredelung, eine Einführung in die Imkerei und der Beerenobstschnitt; auf dem Programm standen zudem Baumgesundheit und ein Sommerkurs Obstbaumschnitt. Nun steht noch die Sortenbestimmung aus.Die Einheiten waren zwar prall gefüllt mit Stoff, aber man konnte sich alles gut merken, die Referenten gingen sehr informativ und gründlich vor.

Welchen Nutzen ziehen Sie aus dem Kurs?
Gewünscht war zu Beginn des Kurses ein nachhaltiger Baumschnitt, also mit einem angemessenen Aufwand möglichst viel zu erreichen. Das beginnt bereits bei der Pflanzung. Da die meisten Teilnehmer am Kurs die Streuobstpflege als Hobby betreiben, war dies meiner Meinung nach der richtige Ansatz.
Die Kursreferenten stellten aus der umfangreichen Fachliteratur genau das zusammen, was man wirklich braucht, noch dazu sehr gut aufbereitet. Viel Wissen hatte ich schon vorher, da ich ja von Klein auf mit Obstbau zu tun habe. Der Kurs hat meine Kenntnisse durch wissenschaftliche Belege untermauert und erweitert.

Was machen Sie beruflich?
Ich bin im Außendienst für den Vertrieb von Gemüsesaatgut in Hessen, im südlichen Rheinland und in der Schweiz zuständig.

Welche Hobbies haben Sie?
Vor allem die Pferde auf den elterlichen Wiesen, wo meine Mutter auch ihre Bienenstöcke hat. Unsere Familie hat etwa 35 Apfelbäume, vorwiegend Kelterobst, aber auch Tafeläpfel. Die Äpfel standen bei uns immer im Vordergrund. Bei meinen Ausritten sehe ich viele sehr ungepflegte kranke Bäume, aber ich freue mich immer, wenn ich eine gut gepflegte Streuobstwiese sehe. Beruflich bekomme ich ja auch oft professionelle Obstanlagen zu sehen. Wir haben viele verschiedene Sorten, da jedes Jahr und jeder Standort zu anderen Ernteergebnissen führt. Die Vielfalt schafft da einen guten Ausgleich.

Sind Sie auf Ihrer Obstwiese selbst aktiv?
Meine Eltern haben schon gute Vorarbeit geleistet, das kommt mir jetzt zugute. Damit auch spätere Nutzer sich über den Ertrag der Bäume freuen können, führe ich das natürlich fort.

Werden Sie als Baumfachwartin auch andere unterstützen?
Das war ja die Idee, warum die Monatszeitschrift für Lautertal und Modautal „Durchblick“ die Ausbildung 2020 als Jahresprojekt finanziert und gefördert hat. Die Absolventen sollen später ehrenamtlich Ansprechpartner für Fragen und Probleme in der Baumpflege sein.
Natürlich stehe ich dann gerne bereit, im Lautertal Anleitung zur Selbsthilfe zu geben. Deshalb lade ich alle Interessierten ein, am 27. November mit mir zwei neue Bäume zu pflanzen. Treffpunkt ist dann um 11 Uhr am Marktplatz Reichenbach (Brunnen). Auch bei Fragen darf man gerne anrufen unter Telefon 0172 2347906. Im Winter kann ein gemeinsamer Rundgang stattfinden, und Anfang Februar zeige ich, wie Jungbäume geschnitten werden.

Warum würden Sie den Kurs auch anderen empfehlen?
Viele Teilnehmer kamen wegen der Natur und um etwas für den Naturschutz zu tun. Aber es gab auch Teilnehmer, denen es um Verbesserung ihrer Ernte ging. Ein Baum trägt ja erst fünf bis zehn Jahre nach der Pflanzung, das ist eine recht langfristige Investition, bei der man auch nicht reich wird. Das fordert mir Respekt ab: die lange Zeit, die die Natur fordert – und zugleich zu wissen, welche Hilfestellungen man geben kann, um gesunde Bäume zu erhalten und gutes Obst zu ernten. Man sieht ja nicht direkt den Nutzen dessen, was man tut, aber wenn ich jetzt nichts tue, gehen die Bäume irgendwann kaputt. Man leistet hier einen langfristigen Beitrag zum Naturschutz und hat später selbst einen Nutzen davon.

Danke für das Gespräch und viel Erfolg und Spaß bei Ihrem Engagement als Baumschnitt-Fachwartin.
Ich bedanke mich für den tollen Fachwartkurs – nicht nur beim Durchblick, sondern auch bei den ehrenamtlichen Organisatoren, die hier viel Herzblut investieren. Was die Orgagruppe, die zusammen mit Hans Helmut Börner die Organisation übernommen hat, da leistet, ist fast mehr als die Referenten!

Auf der Seite www.odenwaelder-apfel.de gibt es Ansprechpartner für Fragen zum Baumschnitt und zur Baumgesundheit.

Text: M. Hiller

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Gans ist nicht gleich Gans

Nur hochwertige Weidetiere kommen auf den Teller: als leckere Alternative gibt es Ente aus der Region

Nicht nur im Märchen gibt es die „Goldene Gans“ – auch im wirklichen Leben gibt es zumindest eine goldene Regel, damit am Ende aus dem weißen Federvieh ein goldener Braten bei geschmacklichem Goldstandard auf dem Tisch landet: Um eine sehr hohe Qualität bei der Aufzucht von Gänsen und Geflügel zu erhalten, ist eine der Grundvoraussetzungen die artgerechte Weidehaltung – bei der auch das Futter eine enorme Rolle spielt. Man erkennt den Unterschied später deutlich beim Geschmack des Fleisches und der Beschaffenheit desselben.

Da im Reichelsheimer Genießer-Restaurant „Treuschs Schwanen“ schon immer der Schwerpunkt auf möglichst regionalen Produkten mit einem hohen Standard liegt, bedauert Küchenchef Armin Treusch es sehr, dass er in diesem Jahr der großen Nachfrage bei dem Angebot an regionalen Gänsen voraussichtlich nicht gerecht werden kann. Es wurden einfach nicht genügend Tiere aufgezogen. Um trotzdem dem eigenen Qualitätsanspruch zu genügen und eine köstliche Alternative zu bieten, wird die Speisekarte durch feine Gerichte mit regionalen Weideenten ergänzt.

Wer sich also seine traditionelle, regionale Gans nicht entgehen lassen will, und diese knusprig direkt aus dem Ofen zubereitet bei Treuschs genießen möchte, sollte diesmal besonders zeitig reservieren.

Wie jedes Jahr gibt es auch diesmal wieder die „Gans zum Mitnehmen” für zu Hause – ein leckeres Festmahl ohne den großen Aufwand der Zubereitung... klar, das wünschen sich viele Genießer. Selbstverständlich gibt es wieder das Komplettpaket, mit mit allem, was dazu gehört: von glacierten Äpfeln und Esskastanien, einer leckeren Lebkuchen-Preiselbeer-Soße bis hin zu Apfel-Rotkraut und geschmelzten Kartoffelklöß.

Wem jetzt nicht das Wasser im Munde zusammen läuft, der hat Treuschs Gans wohl noch nicht ausprobiert – und sollte das zügig nachholen.

Foto: Treusch

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„Hoch droben auf dem Berg, dort weiß ich einen idyllischen Garten!“

Das Gasthaus „Zur Linde“ in Neunkirchen bietet urige Gemütlichkeit im Hofgarten an – Nun auch in der Winterzeit

Hoch droben auf der „Neunkircher Höhe“ findet sich, direkt am Dorfplatz, der letzte traditionsreiche Familienbetrieb mit der urigen Bauernstubb „Zur Linde“. Selbst hier an diesem idyllischen Plätzchen hat Corona Spuren hinterlassen, sogar mit einigen schönen Veränderungen: Der während des Winter-Lockdowns im vergangenen Jahr gut besuchte Straßenverkauf hat von vielen Gästen großen Zuspruch erhalten und sich damit bei uns etabliert. Die aus dieser neuen Situation hervorgegangenen „Kleinen Gerichte“, unsere hausgebackenen Kuchen und die in Mundart verfasste Speisekarte finden viel Anklang bei Spaziergängern, Wanderern, Bikern und Familien.

In diesem Sommer wurde der reine Straßenverkauf um den Hofgarten im geschützten Innenhof nun erweitert. Sonnige und überdachte Sitzplätze um den Springbrunnen ziehen viele neue Besucher und treue Stammgäste an. Die folgerichtige Konsequenz daraus: Wir haben die Nutzung der Außensitzplätze im Innenhof ganzjährig genehmigen lassen.

Somit stehen Sitzplätze auch nach dem offiziellen Ende der Außengastronomie-Saison zum 31. Oktober unseren Gästen zur Verfügung. Oft kann man hier die Höhensonne noch genießen, wenn im November der Nebel im Tal liegt, im Dezember Frost die Landschaft glitzern lässt oder im Januar Schnee die Hügel und Wiesen bedeckt.

Dieses Jahr ist aufgrund der ebenfalls coronabedingten personellen Situation, die Selbstbedienung der Gäste im Hofgarten eingeführt worden.

Wem es dann doch draußen zu frisch wird, dem stellen wir auch gerne die Bauernstubb wieder zur Verfügung, um sich am heimeligen Kaminofen niederzulassen. Voraussetzung hierfür ist nach den derzeitigen Bestimmungen die Vorlage einer Genesungs- oder Impfbescheinigung (gemäß 2-G-Regelung).

Wir möchten uns hiermit nochmals herzlich bei allen Besuchern bedanken für Ihre Unterstützung während des Lockdowns.

Die Bauernstubb „Zur Linde“ der Familie Schmidt in Modautal-Neunkirchen ist telefonisch zu erreichen unter 0175 3537408 oder per E-Mail an info@neunkircher-hoehe.de. Geöffnet ist in der Winterzeit samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.neunkircher-hoehe.de oder auf Instagram via „Bauernstubb_Linde“.

Text: Carola Schmidt

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Odenwälder Apfelherbst: genießen Sie mit uns den goldenen Oktober

Der Förderverein Odenwälder Apfel e.V. lädt ein: lernen Sie unsere Streuobstwiesenvielfalt kennen und schätzen!

Im Oktober und November werden auf den Odenwälder Streuobstwiesen die letzten Früchte geerntet, und allerorten duftet es köstlich: lesen Sie hier, wie der Odenwald mit seiner jahrhundertealten Kulturlandschaft lockt! Kulinarische Genüsse und Sonne im Glas: so präsentieren sich die Produkte aus den herzhaften gesunden Früchten, ins rechte Licht gerückt von den Mitgliedern des Förderverein Odenwälder Apfel e.V.; in den Gasthäusern, wo Sie das Apfellogo sehen, lässt es sich gut sein…

Zugleich ist es dem Verein ein Herzensanliegen, auf die gesundheitlichen und geschmacklichen Vorzüge der alten Sorten und der Artenvielfalt ihrer traditionellen Anbauweise aufmerksam zu machen. Etwa die Hälfte der mehr als hundert Mitglieder sind für Erhalt und Pflege der Streuobstwiesen aktiv – während die andere Hälfte Ihnen mit Grüßen aus Küche und Keller beweist, dass sich dieses Engagement absolut lohnt – für uns alle.  Helfen Sie mit, nutzen Sie die schönen Oktobertage zu einem Besuch einer Führung, Verkostung oder auch eines gemütlichen Gasthauses. Text: M. Hiller

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Das gelbe Band: Wertschätzung für Odenwälder Streuobst!

Nachtrag zum „gelben Band“: Baumbesitzer können ihre Obstbäume mit einem gelben Band markieren, das signalisiert „dieser Baum darf gerne abgeerntet werden“. Dies soll dazu beitragen, dass Streuobst stärkere Wertschätzung erfährt. Denn oftmals ist die Ernte in Handarbeit ein finanzielles Desaster für die Wieseneigner, und so verrotten große Menten Streuobst auf dem Boden. Zugleich wissen viele Verbraucher nicht, dass es auf unseren Wiesen köstliches gesundes Obst gibt. Wer nur die „big five“ aus dem Supermarkt kennt, wird überrascht sein über die Geschmacksvielfalt des Odenwälder Obstes – an den markierten Bäumen genießen Sie es sogar gratis! Auf diesem Weg soll sich ein imaginäres Band zwischen Verbrauchern und Odenwälder Streuobstwiesen entwickeln. Nur kam die Aktion des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft viel zu spät: im Spätsommer sind bereits 70% des Obstes längst reif gewesen. Deshalb machen Sie sich ein dickes rotes Kreuz in Ihren Genusskalender: ab Mai ist das erste Streuobst reif! Kirschen machen den Anfang, Mirabellen, Zwetschgen, Äpfel und Birnen folgen im Jahreskreis. Text: M. Hiller

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Auf Streuobstwiesen wimmelt es von Artenvielfalt – mit der richtigen Pflege!

Foto: Hans Helmut Börner

Unsere Umwelt verliert immer mehr an Artenvielfalt; moderne landwirtschaftliche Geräte setzen andere Flächengrößen voraus. So verändern sich durch notwendige gesteigerte Effektivität und veränderte Tierhaltung oft auch die Bewirtschaftungsformen; die Flächen werden größer, einseitiger und vielfach im Jahr genutzt und es bleiben immer weniger Rückzugsmöglichkeiten für Tiere und Insekten. Auf den Streuobstwiesen sind die kleinteiligen Strukturen oft noch gegeben und sie werden von den verschiedensten Tierarten bevölkert, aber auch hier hat sich die Pflege der Wiesen verändert. Viele Streuobstwiesen werden nicht mehr beweidet und den landwirtschaftlichen Betrieben fehlen die passenden Geräte zur Bearbeitung kleiner Flächen mit Baumbestand.

Pflege ist jedoch generell wichtig, um ein Verbuschen von Wiesen zu vermeiden, die Bäume gesund und entsprechend zugänglich zu halten und das Obst ernten zu können. Wer sich selbst um seine Obstwiesen kümmert hat sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Um die Streuobstwiesen als Lebensräume mit großer Artenvielfalt für Flora und Fauna zu erhalten, gibt es im Hinblick auf die Häufigkeit der Mahd, den richtigen Zeitpunkt sowie das Gerät und den Umgang mit dem Grasschnitt vieles zu beachten.

Der Lebensraum der Tiere ist in unterschiedlichen Zonen der wachsenden Wiese zu verorten. Entsprechend den Entwicklungsstadien vieler Insekten und Tiere oder ihrer generellen Bedürfnisse an den Lebensraum und die Ernährung leben diese im Boden, bodennah, in der Krautzone oder sie besuchen die Blüten zum Nektar- und Pollensammeln.

Um die Biodiversität zu schützen und zu unterstützen, ist es wichtig auf die richtige Pflege zu achten: der Einsatz unterschiedlicher Mähgeräte wirkt sich mehr oder weniger gefährlich auf die Tiere und ihre Entwicklungsstadien aus. Auch die nachfolgende Bearbeitung des Mähgutes hat Auswirkungen: gerade Mulchgeräte werden vielen Tierarten zum Verhängnis. Streuobstwiesen vertragen den Nährstoffeintrag durch Mulchen gar nicht: diese Düngung führt zu einem Rückgang der Artenvielfalt bei den Wiesenpflanzen. Sinnvoll ist es, die Wiese nur 2-3 mal im Jahr in Abschnitten oder von innen nach außen zu mähen, dabei die Schnitthöhe auf zehn Zentimeter einzustellen. So hat die Tierwelt am Boden Chance. Es können auch einzelne Bereiche des Wiesenbewuchses ungemäht stehen bleiben. Das Mähgut sollte abtransportiert werden.

Mehr dazu mit vielen Links zu interessanten Seiten finden Sie auf www.odenwaelder-apfel.de unter „Obstwiese“. Dort haben wir für Sie auch die Kontaktdaten der Obst- und Gartenbauvereine in Ihrer Nähe zusammengestellt.

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Foto: Kerstin Haugrund

Fachwartkurs für Obstbaumpflege 2022

Im kommenden Jahr veranstaltet der Förderverein Odenwälder Apfel e.V. wieder einen Fachwartkompaktkurs für Obstbaumpflege. An 11 Tages- und Halbtagesseminaren im Zeitraum von Februar bis Oktober werden die Grundlagen der Obstbaumpflege an Hochstammapfelbäumen vermittelt.

Neben theoretischen Grundlagen wie Wachstumsgesetze, Pflanzenphysiologie, Entwicklungsphasen, Baumgesundheit, Schnitttechnik und Schnittwerkzeuge werden in vielen Praxisübungen die erworbenen theoretischen Kenntnisse angewandt und die Pflanzung, Erziehung und Pflege von Jung- und Altbäumen geübt. Die Module Obstbaumveredelung, Imkerei und Sortenbestimmung runden das Weiterbildungsangebot ab.

Fachkundige Referenten geben den Kursteilnehmern einen weitreichenden Einblick in das Funktionieren von Obstbäumen und in die Pflege dieser Bäume und tragen durch diesen Kurs dazu bei, dass dieses Wissen um unsere Streuobstwiesen nicht verloren geht.

Interessenten erhalten weitere Informationen auf Fachwarte (odenwaelder-apfel.de) oder über info@odenwaelder-apfel.de. Für den Fachwartkurs 2022 besteht schon jetzt eine Warteliste. Vormerkungen für 2023 sind ab sofort möglich. Text: Anja Herrmann

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Fachwartgruppe wird aktiv

Mistelschnitt, Fortbildung Baumgesundheit und Stammtisch

Durch Corona im letzten Jahr ausgebremst, konnte in diesem Jahr endlich wieder mit vereinsinternen Aktivitäten begonnen werden. Los ging es im April. Die Fachwarte des Odenwälder Apfel rückten den Laubholzmisteln zu Leibe. In einer gemeinsamen Schnittaktion wurden Apfelhochstämme von den immergrünen Schmarotzern befreit. Es ist besonderes Anliegen des Vereins mit dieser Aktion auf die Schädlichkeit der Mistel hinzuweisen und für die zwingend notwendigen Pflege- und zum Teil auch Sanierungsmaßnahmen zu sensibilisieren. In Kürze wird ein Video mit anschaulichen Vorher-Nachher-Aufnahmen zur Verfügung stehen. 

Aber nicht nur das hohe Mistelvorkommen beschäftigt die Fachwarte im Verein. Der Schwarze Rindenbrand, eine Pilzkrankheit an Apfel- und auch Birnbäumen ist auf dem Vormarsch und stellt eine große Gefahr für die hiesigen Streuobstbestände dar. Mit einer Fortbildung zur Baumgesundheit mit Themenschwerpunkt Pilzkrankheiten, insbesondere zum Schwarzen Rindenbrand, brachten sich die Mitglieder auf den neuesten Stand. Im Theorieteil wurden Merkmale und Ausprägungen der Baumkrankheiten besprochen. Anschließend ging es zur Ortsbegehung auf die Streuobstwiese, wo die Schadbilder in natura begutachtet wurden. Die Baumgesundheit hat sich zu einem Thema entwickelt, das mit dem fortschreitenden Klimawandel nochmal an besonderer Bedeutung gewonnen hat. Unter www.odenwaelder-apfel.de/fachwarte/fachartikel/ finden Interessierte auf der Webseite des Vereins einen kompakten Artikel zum Thema sowie weitere Fachinformationen.

Die Förderung und Gesunderhaltung der für den Odenwald typischen Kulturlandschaft liegt den Fachwarten besonders am Herzen. Um den Erhalt des Artenreichtums auf der Streuobstwiese, einem einzigartigen Ökosystem und Habitat für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, ging es beim 2. Fachwart-Stammtisch. Streuobstwiesen dienen unter anderem vielen heimischen höhlenbrütenden Singvögeln als Lebensraum. Da häufig nicht genug natürliche Nistgelegenheiten vorhanden sind, kann durch die Anbringung künstlicher Nisthilfen eine Wiederansiedlung und Unterstützung noch vorhandener Populationen gefördert werden. Weiterhin nutzt die gezielte Ansiedlung von Singvögeln der natürlichen Schädlingsbekämpfung, so verputzt eine Kohlmeisenpaar samt Jungen rund 50 kg Insekten im Jahr. Mit entsprechenden Bauanleitungen lassen sich nun adäquate Nisthilfen bauen und damit ein wertvoller Beitrag zum Naturschutz leisten.

Fachwarte für Obstbaumpflege, die an einer Mitgliedschaft in der Fachwart-Gruppe interessiert sind, melden sich unter info@odenwaelder-apfel.de. Streuobstfreunde ohne Fachwart-Ausbildung oder mit Ambition zur Erlangung einer solchen heißen wir ebenfalls herzlich als Fördermitglieder im Verein willkommen.

Sie interessieren sich für den Erhalt von Streuobstwiesen generell und speziell in der Odenwald-Region, dann melden Sie sich zum Fachwarte-Newsletter an (https://www.odenwaelder-apfel.de/fachwarte/newsletter/). In regelmäßigen Abständen berichten wir über Themen rund ums Streuobst sowie zu aktuellen Entwicklungen und Terminen der Fachwart-Gruppe.

Foto: Kerstin Haugrund

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Genussvoller Start in den Herbst

Treuschs kulinarische Akzente

Morgennebel, Tau auf den Wiesen, bunte Wälder – der Herbst beginnt und damit eine der umfangreichsten Erntezeiten. Jetzt sind einer anspruchsvollen Küche keine Grenzen gesetzt, man kann bei der Kreativität der Gerichte und Auswahl der Zutaten aus dem Vollen schöpfen. Dies bildet sich auch auf der Speisenkarte ab. Neben den Klassikern wie Apfel und Kartoffel, spielen leckere Waldpilze eine große Rolle. Verschiedene Kohlarten und Herbstgemüse wie Kürbis oder Steckrübe lassen tolle Gerichte erwarten und nicht zuletzt Wild vom Feinsten. Aus all diesen regionalen und hochwertigen Zutaten bereitet die anspruchsvolle Küche von Treusch’s Restaurant bodenständige und traditionelle Gerichte. Ob Klassiker wie „Rinds-Roulade in Schwarz Biersoße“ oder modern und kreativ, wie das „gerollte Carpaccio von Bach- und Lachsforelle mit Forellenkaviar“. Eine hervorragende Getränkeempfehlung hierzu bietet die enorm große Auswahl Treuschs selbst gemachter Spezialitäten: von den normalen oder sortenrein ausgebauten Apfelweinen hin zu den Cuvées mit Birne und Quitte. Selbst bei dem Sherry ähnlichen Aperitif-Apfelweinen gibt es neben verschiedenen ApfelGerry auch einen Eisapfelwein sowie den ApfelPort oder den ApfelPommeau, alles aus eigener Produktion von Familie Treusch. Die perlende Version bilden der trocken ausgebaute „prickelnder Reichelsheimer“ und aus der Reihe der Odenwald-Gasthaus Edition der Apfelsecco mit Holunderblüte. Auch für das „Verteilerle“ hinterher steht eine umfangreiche Auswahl an Odenwälder Edelbränden bereit. Somit ergibt sich ein rundum Sorglos-Paket von den Odenwälder Streuobstwiesen – selbstverständlich auch zum Mitnehmen für die Daheimgebliebenen

Foto: Agentur Blofield

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Junge Menschen wollen die Streuobstwiesen im Odenwaldkreis für die Zukunft erhalten

Ein Odenwald ohne Streuobstwiesen? Das können sich sicherlich viele nicht vorstellen. Wenn es jedoch nach der Studienarbeit einer Kasseler Studentin geht, könnte dieses Szenario im Odenwaldkreis Realität werden. Sofern nicht umgehend umfassende Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Ana Stephan studiert im Masterstudiengang „Ökologische Landwirtschaft“ an der Universität Kassel und ist in Bad König aufgewachsen. Obwohl sie seit einigen Jahren vorerst in Kassel und nun in Köln lebt, hat es sie für eine Studienarbeit in den Odenwaldkreis zurückgezogen: „Der Odenwald ist meine Heimat. Ich fühle mich den Menschen, den Traditionen und der Landschaft sehr verbunden und freue mich immer wieder auf die Heimatbesuche.“

Allerdings fiel ihr dabei der schlechte Zustand vieler Streuobstwiesen auf, mit durch das Studium präziserer Wahrnehmung. Schnell wurde ihr deutlich, dass aktuelle Informationen über Odenwälder Streuobstwiesen nur begrenzt verfügbar sind. Bis auf einige Online-Artikel und zwei bis drei Webseiten von lokalen Organisationen ließe sich nur schlecht einschätzen, wie es um die Streuobstwiesen im Odenwaldkreis tatsächlich aussehe. Frau Stephan nahm dies zum Anlass, sogenannte „Experteninterviews“ mit acht lokalen Akteurinnen und Akteuren zu führen, die im Streuobst aktiv sind. Dabei wurde über den Zustand der Streuobstwiesen, Bedrohungen für das Streuobst und über Wissens- und Handlungslücken für den Streuobstwiesenerhalt gesprochen. „Die Interviews waren sehr interessant und erkenntnisreich. Die Akteurinnen und Akteure waren für das Thema sehr offen und haben mein Vorhaben begrüßt“, resümiert Ana Stephan. Sie stellte fest, dass es ein großes Bedürfnis gab über das Thema zu reden. Teilweise herrschte sogar ein großer Frust über die aktuellen Entwicklungen im Streuobst.

So zeigten sich Hans Helmut Börner (Reichelsheim) und Geschäftsführer Werner Geidel (Bad König) vom Kreisverband Odenwald-Dieburg für Obstbau, Garten- und Landschaftspflege sehr erfreut und stellten Frau Stephan aktuelle und historische Unterlagen über das Thema zur Verfügung. Gemeinsam besuchte man Streuobstflächen im Mümling- und Gersprenztal sowie eine Neuanpflanzung von Hochstämmen in Beerfurth. Wo Wildblumen zur Insektennahrung mit eingesät sind. Die Insekten danken dies, indem sie für die Bestäubung der dort gepflanzten Apfelbäume sorgen. Man war sich einig, dass Streuobst ohne Verwertung in einer ortsnahen Kelterei – hier Kelterei Krämer - keine Zukunft hat. Während es im Mümlingtal keine Kelterei mehr gibt, sind es an der Gesprenz noch vier.

„Besonders biologische Faktoren wie die Mistel, Krankheiten und Schädlinge setzen den Bäumen stark zu. Klimatische Veränderungen führten in den letzten drei Jahren zu besonders gestressten und anfälligen Bäumen und einem schwachen Unterwuchs. Aber auch eine mangelnde Wirtschaftlichkeit und die daraus resultierende fehlende Pflege sind nach Meinung der Interviewten nicht zu unterschätzende Bedrohungsfaktoren. Es wird im Angesicht des Klimawandels immer umständlicher Streuobstwiesen zu pflegen und obendrauf rentiert es sich wirtschaftlich nicht“, so die Studentin.

Häufig bedauerten die Interviewten, dass eine aktive Beteiligung der politischen und kommunalen Ebene fehle. Die Zukunft der Streuobstwiesen läge weitestgehend in den Händen Freiwilliger, die in ihrer Freizeit Streuobstwiesen pflegen. „Die Expertinnen und Experten waren sich fast allesamt einig, dass das Thema Streuobst stärker in dauerhafte, kommunale Strukturen implementiert werden muss. Dafür bedarf es aber an mehr technischem Fachwissen des Verwaltungspersonals, was nach Einschätzung der Interviewten aktuell nicht ausreichend vorhanden ist“, erläutert Ana Stephan.

Fördergelder sollten im größeren Umfang praxisgerecht zur Verfügung stehen, sowohl für Landwirtinnen und Landwirte als auch für Privatpersonen, denn Streuobst ist gegenüber herkömmlichem Tafelobst nicht wettbewerbsfähig. Hier geschieht alles in Handarbeit, Sachverstand ist wichtig für den Erhalt, und die Produkte bedürfen besonderer Vermarktungsstrukturen, die zum Kauf von regionalen Streuobstprodukten anregen.

Kurzfristig sei es besonders dringlich den aktuellen Bestand durch aktive Pflegearbeiten zu sichern: Mistelentfernung, Erziehungs- und Verjüngungsschnitte, Neupflanzungen und Weideschutz. Bäume, die mit Misteln und schwarzem Rindenbrand stark befallen und nicht mehr zu retten sind, müssen gerodet und sachgerecht entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Große Hoffnung in Sachen Streuobst wird im Odenwaldkreis in den Landschaftspflegeverband gesteckt, der sich aktuell in Gründung befindet. Frau Stephan beobachtete geteilte Meinungen über den Verband unter den interviewten Expertinnen und Experten, beurteilt ihn aber positiv: „Der Verband ist ein Schritt in die richtige Richtung. Er hat das Potenzial Maßnahmen im Streuobst zu bündeln, zwischen unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren zu vermitteln und die Bevölkerung für den Naturschutz allgemein zu sensibilisieren.“ Dabei ist ihr klar, daß der Verband neben dem Streuobst auch weitere wichtige Themen bearbeiten muß. Demnach sei es umso wichtiger auch in der Verwaltung personelle und finanzielle Ressourcen für das Thema bereit zu stellen. „Nur eine breite Beteiligung und aktive Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure kann das Streuobst für die Zukunft erhalten. Es ist an der Zeit aktiv zu werden. Viel Zeit bleibt leider nicht mehr.“ Text: Stephan Geidel

Weiterlesen auf www.odenwaelder-apfel.de: diesen Beitrag finden Sie in vollem Umfang, außerdem die Themen Obstwiesenpflege, Mistel und schwarzer Rindenbrand und Infos zu unseren Fachwartkursen für Obstbaumpflege.

Text: Stephan Geidel und Hans Helmut Börner

Foto zeigt Frau v. l. nach r.: Frau Stephan, Frau Braun (Kelterei Krämer) und Herrn Börner

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Mit dem eigenen Obstbaum die Apfelallergie vergessen

Foto: Armin Treusch

Jeder Fünfte in den westlichen Ländern hat eine Nahrungsmittelunverträglichkeit - und es werden täglich mehr. Besonders unschön ist die Apfelallergie - heißt es doch „ein Apfel am Tag vertreibt Kummer und Plag“ oder „an apple a day keeps the doctor away“. Wie kann etwas so Gutes wie ein echter Odenwälder Apfel schädlich sein und krank machen? Keine Sorge: die Odenwälder Äpfel sind nicht die Schuldigen! Es sind die Neumodischen Geschmacklosen. Ihnen wurden die Polyphenole abgezüchtet, damit sie gefälliger schmecken. Leider entstehen dadurch häufig Allergien. Diese Erfahrung machten unzählige Freiwillige, die sich am Projekt „Allergiker helfen Allergikern“ des  BUND Lemgo  beteiligen. Schnell stellten sie nämlich fest, dass einige der alten einheimischen Sorten, die auf den Obstwiesen wachsen, keine Reaktion auslösten - außer einem genussvollen Aaaaah!

Alte Obstsorten liefern nicht nur gesunde, vitaminreiche Früchte zum Frischverzehr, für Säfte und Trockenobst, sie werden von Allergikern auch wesentlich besser vertragen als Neuzüchtungen aus intensivem Anbau. Wer beim Genuss des Golden Delicious aus dem Supermarkt mit schwellenden Schleimhäuten oder asthmatischen Beschwerden zu kämpfen hat, sollte - evtl. unter ärztlicher Aufsicht - einen Versuch mit unbehandelten Äpfeln heimischer Streuobstwiesen wagen, deren Allergengehalt in Sorten wie zum Beispiel Gravensteiner oder Goldparmäne wesentlich niedriger ist.

Ein höherer Gehalt an Polyphenolen entwickelt nach Untersuchungen der Forschungsanstalt Geisenheim eine schützende Wirkung bei Krankheiten wie Darmkrebs, Alzheimer, Rheuma oder Arthritis. Polyphenol ist der Stoff, aus dem das Knackige, Fruchtige, Säuerliche der Äpfel gemacht ist. „Die Großen Fünf“ - Golden Delicious, Braeburn, Granny Smith, Jona-gold und Cox Orange - wurden für die sogenannten 70%-Leckermäulchen gezüchtet: nicht zu sauer, nicht zu herb, nicht zu kräftig. Sondern angenehm und langweilig. Und polyphenolarm.

Der Gegenspieler ist der Boskoop: er hat viel Polyphenol, und damit auch viel Charakter - man muss ihn mögen, muss ihn sich erobern. Der BUND Lemgo hat die Frage der Apfelverträglichkeit sehr ausführlich erforscht. Demnach sind die alten Sorten Altländer Pfannkuchenapfel, Goldrenette, Freiherr von Berlepsch, Gravensteiner, Jonathan, Landsberger Renette, Minister von Hammerstein, Roter Berlepsch, Roter Boskoop, Schöner aus Boskoop, Weißer Klarapfel und Wintergoldparmäne für Allergiker gut verträglich. Zugleich entdeckte man viele für Diabetiker gut geeignete Apfelsorten: Alkmene, Champagner Renette, Gelber Edelapfel, Idared, Lanes Prinz Albert und Ontario; länger gelagerte Äpfel sind für Diabetiker besser geeignet, weil der Zuckergehalt während der Lagerung abnimmt.

Infos:

  • Projekt „Allergiker helfen Allergikern
  • BUND Lemgo: www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html
  • ca. 4000 potentielle Allergene: www.alles-zur-allergologie.de
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) www.daab.de
  • Allergieportal www.aktionsplan-allergien.de

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Hottenbacher Hof

Leckereien ab Hof – nicht nur Fruchtaufstriche und Apfelsaft

Saisonale und regionale Produkte direkt ab Hof: Forellen aus eigener Teichanlage frisch und geräuchert, hausgemachte Liköre, Wurst und Schinken von eigenen Duroc-Schweinen, Eier von Freilaufhühnern, 3-Liter- oder 5-Liter-Apfelsaft-Bags, verschiedene Öle und Naturseifen, ausgefallene Geschenke aus Holz, Honig aus der Region, Fleischpakete von hofeigenen Schweinen und Dexter-Rindern aus Weidehaltung auf Bestellung verführen zu einer Genießertour in den Odenwald! Ab November gibt es Schmuck- und Abdeckreisig sowie Tannenbäume aus eigenen Weihnachtsbaumbeständen – auch zum Selbstschlagen. „Wir legen für uns selbst und für alle unsere Produkte Wert auf vernünftige und nachvollziehbare Handarbeit, wir arbeiten ohne Gentechnik und verzichten auf Konservierungsstoffe.“

Infos: Familie Simmermacher, Modautal Klein-Bieberau, Telefon 06167 445, Infos unter www.hottenbacher-hof.de Hofladen freitags von 11 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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Hofladen Keil

Die guten gesunden alten Obstsorten – und mehr...

Ungespritztes Obst aus eigenem Streuobstanbau: alte Sorten an Äpfeln, Birnen, Quitten sowie Walnüsse und Haselnüsse bekommen Besucher im neu gestalten Hofladen der Familie Keil. Zudem bietet der Hofladen selbstgekochte Konfitüren, Gelees, eingelegtes Gemüse sowie Hausmacherwurst und Dosenwurst an – neben regionalen Produkten wie Kartoffeln, Eiern, Nudeln, Honig, Likören und Bränden. Außerdem gibt es gelagertes Kaminholz – auf Wunsch auch per Lieferung nach Hause. Schon im September können Interessenten sich hier ihren Bio-Weihnachtsbaum in den Keilschen Kulturen selbst aussuchen und reservieren, ab Anfang Dezember startet dann der Weihnachtsbaum-Verkauf auf dem Hof. Schmuckreisig sowie Adventskränze und viele schöne Holzdekorationsartikel sind schon ab Mitte November zu erwerben.

Infos: Helmut Keil, 64385 Reichelsheim/Bockenrod, Nibelungenstraße 26, Telefon 06164 3596, Infos unter www.hofladen-keil.

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Kelterei Krämer

Keltereiführungen mit Verkostung am 25. September in Beerfurth

Die Apfelsaison steht vor der Tür und ab dem 9. September werden in der Kelterei Krämer wieder Äpfel auf dem Hof angenommen. Nach Anlieferung finden die frischen Äpfel zur weiteren Verarbeitung ihren Weg in die Presse. Die Mitarbeiter der Produktion arbeiten bis in den späten Winter an der Herstellung feinster Apfelweine. Über die Vergärung hinaus gilt es, den Reifeprozess durch die Lagerung bei Kellertemperaturen auszubauen. Welche Ergebnisse hierbei erzielt werden, können Besucher nach einer kurzen Keltereiführung am Samstag, 25. September 2021 selbst verkosten. Eine kleine kulinarische Leckerei wird die Verkostung abrunden. Nicht nur Apfelwein können sich Teilnehmer hier schmecken lassen, auch leckere Apfelsäfte und Apfelsaftmischgetränke können probiert werden. Führungen: 25. September 2021, von 10 bis 16 Uhr an der Apfelannahme Kelterei Krämer (alle 45 Minuten, max. 12 Personen, verbindliche Anmeldung mit Kontaktdaten erforderlich)

Infos: Kelterei Krämer, Crumbacher Straße 26, 64385 Reichelsheim-Beerfurth, 06164 6420815 oder E-Mail: a.braun@kelterei-kraemer.de, Infos unter www.kelterei-kraemer.de.

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Bauernstubb "Zur Linde"

Hoch droben auf der „Neunkircher Höhe“...

... ist über den vergangenen Winter – während des Lockdowns – ein Straßenverkauf an der Bauernstubb vom Gaasthaus „Zur Linde“ entstanden, der sich etabliert hat und nun beibehalten wird. Der Verkauf von „kleinen“ Gerichten am Dorfplatz findet bei Wanderern, Radfahrern, Spazierrgängern und Familien großen Zuspruch. Nach wie vor behält die in Mundart verfasste Speisekarte ihren Platz und wird zur herbstlichen Zeit um Odenwälder Apfelgerichte ergänzt, zum Beispiel mit Apfel-Zwiebelschnitzel, Hausgemachtem Kochkees mit „Ebbel-Zwewwel“- Musik oder frischem „Ebbel-Zwedsche“-Kuche. Im Innenhof sind nun Sitzplätze für einen Biergarten entstanden, die aufgrund der (coronabedingten) personellen Situation unter Selbstbedienung angeboten werden.

Infos: Bauernstubb „Zur Linde“ Modautal-Neunkirchen, Familie Schmidt, Tel. 0175 3537408 www.neunkircher-hoehe.de. Geöffnet ist samstags von 12 bis 18 und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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Odenwälder Gastlichkeit ist stärker als Corona

Ins zweite Jahr geht nun schon die Corona-Pandemie, und manch einer denkt wehmütig an die Zeiten zurück, als man einfach spontan beschließen konnte: „Komm, heut gehen wir mal was Gutes genießen!“ Doch Bedauern und Zaudern hilft niemandem: dem knurrenden Magn ebenso wenig wie dem Gefühl, endlich mal raus zu wollen. Vor allem aber hilft es nicht den Wirtsfamilien in den gemütlichen Odenwälder Gasthäusern – ein jedes ein klangvolles Versprechen kulinarischer Genüsse. Welche das alles sind? Der Landgasthof Reeg in Nieder-Kainsbach, Nicks Biergarten in Michelstadt-Steinbach, Höhenhaus Odenwald in Neunkirchen, Johanns-Stube in Reichelsheim, Zum Hirsch in Fürstengrund, Zum Rebstock in Fürth-Steinbach, Zum Römischen Kaiser in Schlierbach, Zur Krone in Bad-König-Zell, Zur Schmelz in Hüttenthal, Zur Traube in Reichenbach, Spitzewirt in Lützelbach, Zum Rodenstein in Fischbachtal, Assulzerhof in Billigheim, Kreiswald in Rimbach, Zum Odenwald in Kreidach, Zum Ostertal in Ober-Ostern, Brunndenwirt in Niederrnhausen, Mümlingstube in Erbach, Zum Löwen in Brombachtal, Dornröschen in Annelsbach, Haus am Mühlberg in Brandau, Kuralpe Kreuzhof in Staffel, Treuschs Schwanen in Reichelsheim und Hottenbacher Hof in Klein-Bieberau – überall erleben Gäste hier echten Odenwälder Genuss in bodenständiger oder auch exklusiver Form, immer aber in allerhöchster Qualität und Regionalität. Erdbeeren im Dezember braucht niemand, aber was aus einem Odenwälder Äpfelchen im September in diesen Häusern werden kann, das darf man sich nicht entgehen lassen. Keine Sorge: Alle 24 Betriebe sind mit Sachverstand und Begeisterung engagiert und natürlich in der Lage, hungrige Genießer auch in schwierigen Zeiten schmackhaft satt zu bekommen. Gut durchdachte Hygienekonzepte gewährleisten, dass Gäste unbeschwert erschmecken können, was der Odenwald im September zu bieten hat. Jedes Haus informiert auf seiner eigenen Homepage darüber, wann und unter welchen Bedinungen Genießer Gast sein dürfen. Zusammenhalten ist durch Covid 19 wieder ein wichtiges soziales Thema geworden – immer auf Abstand. Die Menschen wollen endlich mal wieder raus, etwas erleben und die Gastwirtschaften freuen sich, wenn sie mit ihrem Besuch einen Beitrag zum Fortbestand Odenwälder Gastlichkeit leisten – denn ohne hungrige Gäste und mutige Gastronomen würde der Region etwas Wesentliches fehlen...

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Landschaftspflegeverbände der Kreise

Im Odenwaldkreis befindet sich der Landschaftspflegeverband in Gründung,  hier vernetzen sich kompetente Akteure aus Naturschutzverbänden, Landwirtschaft und Kommunen, um die Artenvielfalt weiter zu sichern. Neben Streuobstwiesen gehören auch Magerrasen zu den Flächen, die sich landwirtschaftlich schlecht nutzen lassen und die daher eines besonderen Schutzes bedürfen. Zugleich sollen die – im Odenwald meist eher kleineren – landwirtschaftlichen Betriebe durch die Übernahme der Pflege solcher Flächen gefördert werden.  Infos: https://t3cms.odenwaldkreis.de/ Suchwort „Landschaftspflegeverband“.

Wie schon seit einiger Zeit im Aufbau des Landschaftsschutzverbandes im Kreis Bergstraße engagiert sich der Förderverein Odenwälder Apfel - allen voran die Streuobstwiesenretter - auch im Odenwaldkreis.

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Treuschs Johanns-Stube

Treuschs sortenreine Apfelweine – der kleine, aber feine Unterschied!

Der wahre ApfelweinKenner ist Stammgast in Treuschs Johanns-Stube in Reichelsheim. Hier gibt es für anspruchsvolle Genießer verschiedene, sortenreine Apfelweine, korrespondierend zum jeweiligen Essen oder einfach zum Genießen. Ob Rheinischer Bohnapfel, Boskoop, Reichelsheimer Weinapfel, Borsdorfer Renette, Goldparmäne, Roter Trierer Weinapfel, Winterprinzenapfel, Oberösterreichische Weinbirne oder Treuschs Hausschoppen. Ihren Favoriten können Gäste gerne bei einer ApfelweinProbe herausfinden. Hier gilt „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ – fünf verschiedene Treuschs Apfelweine werden stilvoll im Probiergläschen serviert, dabei erfahren die Gäste, wie unterschiedlich die verschiedenen Apfelweine schmecken – und finden ganz schnell ihre Lieblingssorte. Natürlich gibt es diesen leckeren Apfelwein und andere Spezialitäten in Treuschs Pomothek auch zum Mitnehmen. Nicht versäumen sollten Besucher auch die leckeren Gerichte von und mit Apfel wie etwa Himmel und Erd’.

Infos: Treuschs Schwanen und Treuschs Johanns-Stube, Rathausplatz 2, 64385 Reichelsheim, info@treuschs-schwanen.com, www.treuschs-schwanen.com

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Kelterei Dölp

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Streuobst: zu schade für die Tonne

Die Aktion „zu gut für die Tonne“ ist inzwischen sehr erfolgreich: die Verschwendung guter Lebensmittel soll damit reduziert werden. Jährlich landen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel in der Tonne – ein Großteil davon macht Obst und Gemüse aus. Das langfristige Ziel der Vereinten Nationen, dem sich auch Deutschland verpflichtet hat, ist es, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und entlang der restlichen Lebensmittelversorgungskette zu reduzieren.

Eine weitere Aktion zur Lebensmittelrettung ist die Initiative „Wo die gelben Bänder wehn“. Obstbaumbesitzerinnen und –besitzer können ihre Bäume durch ein gelbes Band kennzeichnen und damit signalisieren: Hier darf kostenlos und ohne Rücksprache geerntet werden. Verbraucherinnen und Verbraucher können so für den Eigenbedarf kostenlos Obst in ihrer Umgebung ernten und verwenden. Dadurch werden die wertvollen Früchte doch noch verwertet.

Mit dem Ernteprojekt „Gelbes Band“ gewann der Landkreis Esslingen den "Zu gut für die Tonne!"–Bundespreis in der Kategorie Landwirtschaft & Produktion und inspirierte viele weitere Gemeinden in ganz Deutschland, sich der Aktion anzuschließen.

Im Rahmen der Aktionswoche Deutschland rettet Lebensmittel! rufen das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit Zu gut für die Tonne! und die Ministerien der Länder in diesem Sommer bundesweit zur Ernteaktion „Gelbes Band“ auf. Jede und jeder kann mitmachen!

Wie das geht, lesen Sie hier:

www.bmel.de Suchwort „Gelbes Band“. Es gibt auch einen Flyer, der an vielen Orten ausliegt.

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Der höchste Apfelbaum im Odenwald bekam eine neue Infotafel

Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald versah dieses Jahr den 1997 gepflanzten Apfelbaum auf der Neunkircher Höhe mit einer neuen Infotafel. Genau auf die Grenze zwischen Lautertal und Modautal setzten die Initiatoren des Verschönerungsvereins Lützelbach das Bäumchen. Ihre Idee, eine Odenwaldübergreifende Wanderwegverbindung unter dem Thema „Hessenland - Ebbelwoiland“ zu schaffen, entstand gemeinsam mit zwei Nieder-Ramstädtern vom Obst- und Gartenbauverein und vom NABU. Anlässlich der Gründung der Odenwälder Schleife der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute 1996 stellten sie ihre Idee vor, und schon wenige Monate später konnte die Bauhofmitarbeiter der Gemeinden Lautertal und Modautal das Pflanzloch für die  Goldparmäne ausheben. Die Ehrenamtlichen Ernst Wege und Peter Hoffmann (Verschönerungsverein Lützelbach) wurden von den damaligen beiden Bürgermeistern Wilhelm Speckhardt (Modautal) und Jürgen Kaltwasser (Lautertal) unterstützt.
Heute trägt der höchste Apfelbaum alljährlich „typische Apfelwein-Äpfel“ und wird regelmäßig vom Modautaler Bauhof freigeschnitten – und jüngst hat der Geo-Naturpark gemeinsam mit den Aktiven vor Ort die Informationstafel samt Rahmen erneuert. Drei Ruhebänke laden zum Verweilen ein, und neben dem Wegweiserpfosten mit den verschiedenen Wanderwegen schweift der Blick weit nach Nordwesten bis zum Feldberg im Taunus. Bewußt war der Standort des Baumes an einem Knotenpunkt mehrerer überregionaler Wanderwege gewählt, die inzwischen sämtlich zu Premiumwanderwegen wurden: Alemannenweg, Main-Stromberg-Weg, Waldenser- und Hugenottenweg und der erste Hessische Mundart-Wanderweg. Auch lokale Wanderwege treffen hier zusammen oder verlaufen in der Nähe: Hirschpfad, der Modautalweg 1 und der historische Weinweg. Seit der Förderverein Odenwälder Apfel e.V. als Nachfolgeorganisation der Apfelwein- und Obstwiesenroute Odenwald aktiv ist, kümmern sich Mitglieder auch immer wieder um den Apfelbaum auf der Neunkircher Höhe.

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Eine Augenweide in Kleid und mit Krönchen

Miriam I. ist elfte Odenwälder Apfelkönigin

Zwar wurde sie in Frankfurt am Main geboren, lebt aber seit 1994 in Wald-Michelbach. Damit hat Miriam Kurz-Rosenberger (38) alle Voraussetzungen erfüllt, um als elfte Odenwälder Apfelkönigin zu brillieren. Hinzu kommt, dass sich die junge Frau bereits als kleines Mädchen Kleid und Krönchen erträumt hatte. Somit ist der festliche Ornat für die Repräsentantin auch die Erfüllung eines Jugendtraumes. Von Beruf ist Miriam Erzieherin und arbeitet im Kindergarten Sterntaler in Mörlenbach. Erfahrung bringt die Regentin schon mit, da sie 2010 bereits Odenwälder Apfelprinzessin war und dieses Amt zwei Jahre lang ausübte. „Vielfältige schöne Erlebnisse und Ereignisse prägten diese Zeit“, erinnert sie sich zurück. Im November 2019 hat Miriam ihre Vorgängerin Melanie II. abgelöst und wandelt seit dem in Amt und Würden. Nun ist sie als Werbeträgerin der Region unterwegs, wobei sie sowohl den Tourismus als auch die Gastronomie unterstützt. Ich bin stolz auf meine Heimat und davon überzeugt, dass sich ein Besuch im Nibelungenland immer lohnt. Zudem bietet der Odenwald zu jeder Jahreszeit landschaftlich und kulinarisch tolle Anreize und empfiehlt sich als wunderbares und wanderbares Urlaubsziel!“ Mehr Lob geht kaum.

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Sammelbestellung bis 30. September: Hochstämmige Obstbäume - 45 neue Sorten!

Die alljährliche Sammelbestellung von hochstämmigen Obstbäumen ist im Kreis Bergstraße bereits eine feste Tradition. Die Aktion, die die Bergsträßer Kreisverwaltung jedes Jahr gemeinsam mit dem Gewässerverband Bergstraße organisiert, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. So verzeichnete die Abteilung „Ländlicher Raum und Denkmalschutz“ im vergangenen Jahr eine Rekord-Nachfrage an Obstbäumen: 155 Einzelpersonen und Firmen aus den Kreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, dem Odenwald, der Pfalz und dem badischen Weinheim hatten 2020 insgesamt weit über 700 Bäume gekauft. Landrat Christian Engelhardt freut sich sehr über die steigende Nachfrage. „Streuobstwiesen und regionale Obstbäume sind ein wichtiger Teil unseres landschaftlichen und kulturellen Erbes an der Bergstraße. Sie verbessern nicht nur die Qualität unseres Lebensraumes, indem sie das Landschaftsbild verschönern und uns an heißen Sommertagen Schatten spenden, sondern erfreuen uns auch mit leckerem und regionalem Obst aus dem eigenen Garten“.

Bei der Auswahl der Obstsorten, die bei den Sammelbestellungen angeboten werden, legte der Kreis bis jetzt immer besonderen Wert auf alte und nachhaltige Sorten. Wegen des zunehmenden Klimawandels, der auch in unserer Region für zunehmend wärmere Sommer und trockenere Böden sorgt, bieten der Kreis und der Gewässerverband in diesem Jahr zusätzliche neue Obstsorten an, die besonders hitzerobust sind und für warme bis heiße Standorte empfohlen werdem. Dies sind unter anderem die besonders wohlschmeckenden Sorten Grahams Jubiläumsapfel, Williams Christbirne und Büttners Rote Knorpelkirsche. Darüber hinaus stehen in diesem Jahr auch drei Walnussbaum-Sorten zur Auswahl.

Die Obstbäume mit einer Mindest-Stammhöhe von 1,60 Metern sind für Streuobstwiesen und größere Gärten geeignet und kosten 22 Euro je Stück, die  Walnussbäume kosten 55 Euro. Ein Pflanzset mit Pfahl, Draht und Anbinde-Material kann dazu für 10 Euro erworben werden.

Für eine gute Entwicklung verlangen die Bäume in den ersten Jahren eine gute Anwachspflege, fortlaufende Schnittmaßnahmen und mindestens fünf Meter Freiraum zu allen Seiten. Außerdem sind die jeweiligen Grenzabstände zu Nachbargrundstücken bei der Pflanzung zu beachten.

Eine Bestellung ist bis 30. September 2021 auf www.kreis-bergstrasse.de, dem Link Bürgerservice und Formulare „O“ wie Obstbaum folgend möglich oder telefonisch unter 06252 / 155104 (Frau Schollmaier) sowie per E-Mail an laendlicher-raum@kreis-bergstrasse.de. Die Abholung erfolgt in zwei Gruppen: Bestellernamen A-L am 12. November 2021, Bestellernamen M-Z am 19. November 2021 jeweils beim Gewässerverband Bergstraße (An der Weschnitz 1) in Lorsch. Ausführliche Infos zu besonderen Angeboten einzelner Kommunen gibt es unter www.kreis-bergstrasse.de/ magazin/artikel.php?artikel=9165&menuid=2&topmenu=467. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg organisieren die Ortsgruppen des NABU jeweils eigene Sammelbestellaktionen. Weiterführende Informationen dazu gibt es auf www.nabu-kvdarmstadt.de

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Streuobstwiesen zu erhalten bedarf vieler Unterstützer

Es gibt viele engagierte Helfer und auch finanzielle Unterstützung – und beides ist auch von zentraler Bedeutung für den Anspruch, Streuobstwiesen zu erhalten. Dies kostet nämlich auch Geld und ist nur mit Spenden zu schaffen. Diese Erkenntnis veranlasste die Sparda-Bank Hessen, die Arbeit des Naturschutzvereins Einhausen e.V. mit einer Spende von 3000 Euro aus Mitteln ihres Gewinn-Sparvereins zu unterstützen. „Die Streuobstwiese ist nicht nur Kulturgut, sondern auch ein wichtiges Ökosystem. Kaum eine Kulturlandschaft ist für Hessen so prägend und so wichtig. Nicht weniger als 5000 Tier- und Pflanzenarten sowie über 3000 Obstsorten sind dort heimisch“, erklärt das Geldinstitut dazu in einer Erklärung. Im Kreis Bensheim hat sich vor einigen Jahren aus dem Naturschutzverein Einhausen e.V. die Initiative „Streuobstwiesenretter“ formiert, die sich die Rettung und den Erhalt der Streuobstwiesen im Umkreis auf die Fahnen geschrieben hat. Mit zahlreichen Projekten wie Baumpatenschaften, der fachmännischen Beratung bei Sortenwahl, Pflanzung oder Schnitt von Obstbäumen oder der Ernte von Äpfeln von kommunalen Flächen und anschließendem Keltern zu Apfelsaft setzt sie seitdem Zeichen für deren Erhalt. „Was wäre Hessen ohne seine Streuobstwiesen?“, fragte Markus Geiger, Leiter der Sparda-Bank-Filiale in Bensheim, rhetorisch bei einem gemeinsamen Termin mit Vertretern der Initiative und erklärte: „Sie haben nicht nur deren Schönheit, sondern auch die Bedeutung für Natur, Tier und letztendlich auch Mensch frühzeitig erkannt und gehandelt. Dafür gebühren Ihnen unser Dank und unsere Anerkennung.“ Anschließend übergab er im Beisein von Bensheims Umweltberaterin Maria Romero-Martin sowie Adil Oyan, Finanzdezernent der Stadt Bensheim, die Spende an Florian Schumacher und Martin Schaarschmidt von den „Streuobstwiesenrettern“. Die Sparda-Bank Hessen eG ist eine Genossenschaftsbank mit hessenweitem Filialnetz und Schwerpunkt auf dem Privatkundengeschäft. Bereits seit vielen Jahren setzt sie sich für gemeinnützige Organisationen, Vereine und Stiftungen in den Bereichen Soziales, Bildung, Umwelt, Tierschutz, Kultur und Sport in Hessen ein. 2020 kamen über ihren Gewinn-Sparverein 670 Projekte mit rund 1,6 Millionen Euro in den Genuss einer Förderung. Aktuell schenken rund 355000 Kunden der Sparda-Bank Hessen ihr Vertrauen, etwa 282000 sind gleichzeitig Mitglied der Genossenschaft und bilden damit das Fundament einer starken Gemeinschaft.