2017: das Jahr (fast) ohne Äpfel

Ernteausfälle durch Frost und Schädlinge

Inzwischen waren fast wöchentlich Berichte über Obstdiebstahl und fehlendes Angebot an regionalem Obst in den Medien. Bis zu 80 % Ernteausfall sind vor allem dem Nachtfrost vom 20. auf den 21. April 2017 mit bis zu 9 Grad minus zu verdanken. Die Blüten der Obstbäume wurden dabei flächendeckend fast überall vernichtet.

Hinzu kommt ein Pilz: der Rindenbrand (Diplodia mutila), der die Bäume zum Absterben bringt. Er befällt besonders ungepflegte Obstbäume und nistet sich gern in Brennholzstapeln auf Obstwiesen ein. Das Lagern von Brennholz in der Natur ist vom Gesetzgeber verboten.

Rindenbrand taucht seit dem heißen trockenen Jahr 2003 verstärkt auf, in dem die Bäume durch Trockenstress geschädigt wurden. Er zeigt sich in scharfen Braunstellen direkt unter der Borke, vor allem am Stamm und an starken Ästen. Wo Risse entstehen, können sie oftmals nicht wie bei widerstandsfähigen Bäumen durch Überwallung geschlossen werden. Hier oder in Verletzungen durch unsachgemäßen Schnitt oder durch Insektenfraß dringt der Pilz ins Kambium (Schicht zwischen Borke und Leitgefäßen) ein und breitet sich aus. Wichtig ist daher, die Obstbäume gesund zu erhalten, damit sie den Pilz abwehren können. Bei anhaltender Trockenheit muss bewässert werden, bis zu 100 Liter pro Baum. Die Baumscheiben sollen krautfrei gehalten werden, denn hier verstecken sich auch gerne Wühlmäuse. Eventuell muss der Nährstoffgehalt des Bodens geprüft und aufgebessert werden.
Wenn Schnittflächen versiegelt werden, dann nur mit einem fungizidhaltigen Mittel. Wo Rindenbrand auftritt, muss Schnitt- und Altholz entfernt und vernichtet werden.

Mistel: steht nicht unter Naturschutz und ist ein Schädling

Auch wenn die Mistel nach altem Brauch zum Schutz vor Feuer und bösen Geistern über Türen und an Hauswände gehängt wurde, ist die uralte Zauberpflanze doch ein Schädling für Obstbäume. Bei starkem Mistelbefall ist ein Absterben der Bäume zu befürchten.

Ausführliche Infos hierzu unter http://www.odenwaelder-apfel.de/obstwiese/wissenswertes/ „Mistelbefall von Streuobstbäumen“ oder unter www.nabu.de Suchwort „Mistel“.

Wer gerne Mitglied im Förderverein Odenwälder Apfel werden möchte, kann sich jederzeit über www.odenwaelder-apfel.de anmelden. Es gibt die reine Fördermitgliedschaft oder auch eine Präsenzmitgliedschaft mit Logonutzung und vielen weiteren Vorteilen. (M. Hiller)

Kontaktadressen und Infos:
Förderverein Odenwälder Apfel e.V.: www.odenwaelder-apfel.de
Adressen von Direktvermarktern, Obst- und Gartenbauvereinen,  Baumschulen (Rubrik Handwerksbetriebe) und aktuelle Infos zu Obstbau und Obstwiese in der Rubrik „Obstwiese“.
Faltblatt der Hochschule Geisenheim http://www.hs-geisenheim.de/forschungszentren/institut-fuer-obstbau/forschung/ein-neuartiger-rindenbrand/komplett.html
Gartentelefon der Hessischen Gartenakademie 0180-5729972 im Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), die Fachwarte der Obst- und Gartenbauvereine oder der Verbände

Text: Marieta Hiller

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Informationen über regionale Äpfel stark gesucht

Der Auftakt zum 1. Odenwälder Apfelherbst auf dem Bauernmarkt in Groß-Umstadt war ein voller Erfolg

"Wir lieben den Bauernmarkt und sind sonntags immer schon ganz früh zum Gottesdienst da, da es einfach schön ist, weil alles noch so leer und entspannt ist und man gut an alle Stände kommt. Als ersten Stand haben wir uns Ihren Apfelstand besucht und uns ausführlich mit Ihnen unterhalten und alle Äpfel angeschaut. War wirklich toll! Auch unser Töchterchen war sehr begeistert, wie viele unterschiedliche Äpfel es gibt!"

So schrieb eine Besucherin des Bauernmarktes in Groß-Umstadt Anfang September. Hier fand der Auftakt des ersten Odenwälder Apfelherbstes des Fördervereins Odenwälder Apfel e.V. statt. 20 Veranstaltungen bei verschiedenen Mitgliedern im ganzen Odenwald laden noch bis 24. Oktober zu einem Besuch ein. Es gibt Keltereiführungen, Obstwiesenvorträge mit Apfelernte und Keltern, spezielle Apfelspeisekarten, Kellerführungen, Apfelsortenausstellungen, Literaturlesungen, soziale Kelterprojekte. Alle Veranstaltungen sowie zahlreiche Informationen über die Mitglieder und die Aktivitäten des Vereins sind auf www.odenwaelder-apfel.de zu finden.

Mit der Auftaktveranstaltung am Groß-Umstädter Bauernmarkt waren die Aktiven des Fördervereins sehr zufrieden. Am Stand stellten die Besucher viele Fragen, die zweithäufigste fiel dabei besonders auf: "Welche Sorten kann man als Allergiker essen?" Jeder Fünfte in den westlichen Ländern hat eine Nahrungsmittelunverträglichkeit - und es werden täglich mehr. Besonders unschön ist die Apfelallergie - heißt es doch „ein Apfel am Tag vertreibt Kummer und Plag“ oder „an apple a day keeps the doctor away“. Wie kann etwas so Gutes wie ein echter Odenwälder Apfel schädlich sein und krank machen? Keine Sorge: die Odenwälder Äpfel sind nicht die Schuldigen!

2017: das Jahr (fast) ohne Äpfel - der Förderverein Odenwälder Apfel e.V. informiert

Bis zu 80 % Ernteausfall müssen die hessischen Apfelbauern 2017 finanziell schultern, während die Äpfel zugleich das Lieblingsobst der Deutschen sind. 20 Kilo pro Kopf und Jahr werden verzehrt. Dabei sind es nur zu oft die paar allgegenwärtigen Sorten aus dem Supermarkt. Viel besser dagegen schmecken die Streuobst-Äpfel, darüber informierte der Förderverein Odenwälder Apfel e.V. während des Groß-Umstädter Bauernmarktes im September sehr viele Besucher.

Apfelallergie: alte Sorten sind oft verträglicher

Es sind die neumodischen Geschmacklosen, die schuld sind an vielen Unverträglichkeiten. Ihnen wurden die Polyphenole abgezüchtet, damit sie gefälliger schmecken. Leider entstehen dadurch häufig Allergien. Diese Erfahrung machten unzählige Freiwillige, die sich am Projekt „Allergiker helfen Allergikern“ beteiligten. Schnell stellten sie nämlich fest, dass einige der alten einheimischen Sorten, die auf den Obstwiesen wachsen, keine Reaktion auslösten - außer einem genussvollen Aaaaah!

Es ist eine ganz bestimmte Anordnung der Aminosäuren, die für eine Allergie verantwortlich ist. Diese können oft durch Kochen so verändert werden, dass das Lebensmittel verträglich wird. Auch der Kauf von Obst aus ökologischem Landbau hilft, denn die Pestizide, die wir unwissentlich mit dem Obst essen, belasten das innere Milieu.

„Moderne“ Äpfel enthalten wenig Polyphenole. Das ist der Stoff, aus dem das Knackige, Fruchtige, Säuerliche der Äpfel gemacht ist. „Die Großen Fünf“ - Golden Delicious, Braeburn, Granny Smith, Jonagold und Cox Orange - wurden für die sogenannten 70%-Leckermäulchen gezüchtet: nicht zu sauer, nicht zu herb, nicht zu kräftig. Sondern einfach gefällig, angenehm, langweilig. Und polyphenolarm.

Der Gegenspieler ist der Boskoop: er hat viel Polyphenol, und damit auch viel Charakter - man muss ihn mögen, muss ihn sich erobern.

Allergiker helfen Allergikern: welche Sorten kann ich essen?

Der BUND Lemgo hat die Frage der Apfelverträglichkeit sehr ausführlich erforscht. Demnach sind die alten Sorten Altländer Pfannkuchenapfel, Goldrenette, Freiherr von Berlepsch, Gravensteiner, Jonathan, Landsberger Renette, Minister von Hammerstein, Roter Berlepsch, Roter Boskoop, Schöner aus Boskoop, Weißer Klarapfel und Wintergoldparmäne für Allergiker gut verträglich. Dort entdeckte man zugleich viele für Diabetiker gut geeignete Apfelsorten: Alkmene, Champagner Renette, Gelber Edelapfel, Idared, Lanes Prinz Albert und Ontario; länger gelagerte Äpfel sind für Diabetiker besser geeignet, weil der Zuckergehalt während der Lagerung abnimmt.

In Lemgo entstand das Projekt „Allergiker helfen Allergikern“, da vorher kaum Informationen zu gut verträglichen Apfelsorten vorlagen. Selbsttestberichte von Betroffenen (in Absprache mit dem Hausarzt!) füllten in den letzten Jahren eine nützliche Datenbank für Apfelfreunde. Aktuell sollen die Ergebnisse zur Studie Verträglichkeit von Apfelsorten in Kooperation mit dem Allergiezentrum der Berliner Charité erscheinen, hier konnte der Zeitplan der Veröffentlichung im Frühjahr 2017 aufgrund der Verzögerung eines zugesagten Sponsorenbeitrages nicht ganz eingehalten werden. Interessante Erkenntnis aber vorweg: eine Probandin berichtete, dass beim Verzehr der als verträglich eingestuften Äpfel in den ersten Wochen noch geringe allergische Reaktionen auftraten, die im Laufe der Studienzeit abnahmen. Gegen Ende stellte sie keinerlei Reaktionen mehr fest und konnte problemlos und mit Begeisterung Äpfel essen. Das lässt hoffen!

Um ausschließen zu können, dass Spritzmittel die eigentliche Ursache für die Apfelallergie sind, sollten nur Testergebnisse mit unbehandelten Äpfeln eingereicht werden. Eine lange Liste verträglicher Apfelsorten ist so bereits zusammengekommen. Die Basis bildeten die Apfelsorten aus dem Werk "Deutschlands Obstsorten", ergänzt um die Sorten aus der Lemgoer Streuobstwiese und von Allergikern gemeldete Apfelsorten. Die umfangreiche Internetseite des BUND-Lemgo will genauso erschlossen werden wie ein Boskoop: man schaut hinein, sucht und scrollt, klickt und liest - und nach und nach kommt man auf den Geschmack. Funktioniert ein Link nicht, kann sich der geneigte Leser oder die interessierte Apfelfreundin mit Fragen an die BUND-Ortsgruppe Lemgo wenden. Für alte Obstsorten gibt es hier eine Datenbank und unglaublich viele weitere Informationen.

Wo bekomme ich alte polyphenolreiche Apfelsorten?

Lemgo ist weit, auch wenn das Internet Nähe schafft. Am Stand des Fördervereins Odenwälder Apfel e.V. am Bauernmarkt Groß-Umstadt 2017 war die meistgestellte Frage: "kann ich diese alten Sorten hier kaufen?" Antwort von Martin Schaarschmidt, Streuobstwiesenretter aus Reichenbach: "Leider nein. Diese Ausstellung wurde mühsam im ganzen Odenwald zusammengetragen, um sie an vielen Orten den Menschen zeigen zu können. In diesem Jahr gab es vielerorts so wenige Äpfel, dass auf einem Teller dieser Ausstellung unter Umständen die gesamte Ernte eines Baumes liegt." Und Anke Braun, ebenfalls Mitglied im Förderverein, ergänzt: "eine Betroffene, die selber eine starke Apfelallergie hat, erzählte mir, dass sie die Gewürzluike gut essen kann. Brettacher, Rambour, Goldparmäne, Boskoop, Ontario und Glockenapfel kann man bei Bauer Keil in Reichelsheim-Bockenrod kaufen, allerdings gibt es dieses Jahr fast keine Äpfel.

Doch wenn man sie bekommt, die guten alten Sorten - sind sie dann nicht aufwändig zu lagern? Sie sind es wert: Äpfel, die auf ihren Bäumen auf der Streuobstwiese wuchsen, die mühsam ohne Maschineneinsatz und meist auch ohne Chemie gepflegt werden, sollten mit Wertschätzung behandelt werden. Der Aufwand macht sie unrentabel und verschafft den langweiligen Großen Fünfen einen unverdienten Vorteil. Jeder Apfelliebhaber sollte also durch den Odenwald fahren und dort anhalten, wo handgeschriebene Tafeln an der Hoftür „Äpfel“ verheißen. Oft findet man dort wirklich charaktervolle Äpfel.

Wo bekomme ich Hochstämme alter Sorten?

Natürlich könnte man auch im eigenen Garten einen Apfelbaum pflanzen, das wird ja seit Martin Luther jedem empfohlen. Woher man alte Sorten bekommt, findet man daher natürlich auch beim BUND Lemgo, wo ein Link zu Bezugsquellen alte Obstsorten geschaltet ist. Aber Lemgo ist weit, und für einen Apfelbaum fährt niemand ins Westfälische. Es gibt ja schließlich hier vor Ort einige Baumschulen, die sich ganz gezielt auf alte Sorten spezialisiert haben. Die Mitgliedsbetriebe des Fördervereins Odenwälder Apfel e.V. helfen gerne weiter, auch die Obst- und Gartenbauvereine - und sie sind stets vor Ort zu finden. "Bei den Streuobstwiesenrettern gibt es im Internet unter ‘anlegen’ und ‘Obstbäume kaufen’ viele lohnende Kontaktadressen," ergänzt Florian Schumacher. Nach dem Motto „mer muß schwätze mit de Leit, dann kimmt mer aa ins Gspräch“ kommt man auch in dieser Frage am schnellsten weiter.

Nicht zuletzt können wir hier in unserer Odenwald-Region dazu beitragen, dass es Allergikern besser geht und dass sehr viele von ihnen sich endlich wieder trauen, herzhaft in einen knackigen kräftigen Apfel zu beißen - und es nicht bereuen.

Dazu brauchen wir jedoch die kleinen Apfelbauern, die ihre Ernte auf Bauernmärkten oder auf ihrem Hof verkaufen, oft über Mundpropaganda.      

 

Kontaktadressen und Links:
Förderverein Odenwälder Apfel e.V.: www.odenwaelder-apfel.de Adressen von Direktvermarktern, Obst- und Gartenbauvereinen, Baumschulen (Rubrik Handwerksbetriebe)
BUND Lemgo: www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html
ca. 4000 potentielle Allergene: www.alles-zur-allergologie.de
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) www.daab.de

Text und Bilder: Marieta Hiller

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Förderverein Odenwälder Apfel e.V. in der Odenwälder Kartoffelsupp Oktober 2017

Freispruch für die alten Sorten von den Hochstämmen

Äpfel von der Streuobstwiese sind nicht für Allergien verantwortlich

GROSS-UMSTADT (mng.) „Welche Sorten kann man als Allergiker essen?“, war eine der häufigsten Frage, die den Fachleuten beim Odenwälder Apfelherbst im Rahmen des jüngst stattgefundenen Bauernmarktes gestellt wurde. Jeder fünfte in den westlichen Ländern hat eine Nahrungsmittelallergie, auch der Verzehr von Äpfeln kann eine solche auslösen. Gehäuft treten Symptome allerdings nur bei Golden Delicious, Braeburn, Granny Smith, Jonagold und Cox Orange, also den großen fünf und auf die allgemeinen Geschmacksvorlieben gezüchteten Sorten auf. Heimische Arten von der Streuobstwiese, wie Boskoop oder Gravensteiner hingegen, verfügen über aromatische Verbindungen, die die Allergene unschädlich machen. Auch der Einkauf im Ökologischen Landbau mindert die Gefahr von Allergien, da eine Belastung mit Pestiziden ausgeschlossen werden darf. Auch für Diabetiker bieten sich Äpfel an: Alkmene und die Champagner Renette gehören hierzu. Zudem ist ein später Verzehr zu empfehlen, der Zuckergehalt während der Lagerung abnimmt. Wer allergisch auf Äpfel reagiert, kann sich beim BUND Lemgo melden und die Art und Weise der Symptome schildern. Dort werden die Fakten wissenschaftlich verwertet, zudem ist eine Datenbank im Entstehen. Um ausschließen zu können, dass Spritzmittel die eigentlich Ursache für die Allergie sind, sollten nur Textergebnisse mit unbehandelten Äpfeln eingereicht werden. Infos können unter www.bundlemgo.de abgerufen werden. Und wo bekommt man diese tollen alten Sorten? Der Kauf im Handel gestaltet sich schwierig, aber nicht unmöglich. Der Horndreher Hof in Fischbachtal - Niedernhausen und Bauer Keil aus Reichelsheim – Bockenrod vertreiben die alten Sorten. Auch lohnt sich beim Sonntagsausflug ein Stopp, wenn ein Schild „Äpfel“ an der Strecke auftaucht. Meist verkauft hier ein Landwirt seine Ernte von der Streuobstwiese. Info erteilen auch www.streuobstwiesenretter.de

Bei der Ausstellung alter Sorten auf dem Bauernmarkt in Groß – Umstadt konnten auch Exemplare des lange gesuchten und nur lokal existierenden Kalbfleischapfels – hier auf dem Teller rechts vorne zu sehen - gezeigt werden. Eine Bestimmung der Obstsorten hatte der Sachkundige Steffen Kahl vorgenommen. (Foto: Marieta Hiller)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Über 200 Apfelhochstämme günstig zu erwerben

Kelterei Krämer gibt alten Sorten eine Chance

BEEFURTH (mng.) Goldparmäne, Rote Sternrenette, Boskoop und Brettacher, aber auch der Bohnapfel und der Winterprinzenapfel zählen zu den alten robusten Sorten, die auf den Streuobstwiesen wachsen und landschaftsprägend für den Odenwald sind. Neben der geschmacklichen Vielfalt ihrer Früchte, bilden diese Bäume auch einen wichtigen Lebensraum für eine Vielzahl von Tier – und Pflanzenarten. Ebenso sucht der Wanderer gerne ein schattiges Plätzchen unter der im Frühling blühenden Pracht jener Hochstämme. Da es an Neuanpflanzungen fehlt und die Bestände immer mehr zurückgehen, bietet nun die Kelterei Krämer die Möglichkeit für lediglich zehn Euro pro Setzling bis zu vier Bäume zu erwerben. Wie man die zarten Pflänzchen auf der Streuobstwiese einsetzt, sie hegt und pflegt, wird anhand eines Pflanzkurses am Tag der Aushabe vermittelt. Pflanzschutz und Pflanzpfahl sind im Preis enthalten. Sowohl Tafeläpfel, Backäpfel als auch Wirtschafts – und Mostsorten sind dabei. Die Aktion wird vom Kreisverband Obstbau, Garten –und Landschaftspflege Odenwald – Dieburg unterstützt. Die Auswahl der Bäume oblag Fachwart Hans Helmut Börner, der auch den Pflanzkurs am Tag der Ausgabe betreuen wird. Am Samstag (21.) findet im Rahmen des Odenwälder Apfelherbstes zudem ab 9.30 Uhr ein mit Informationen gespickter vierstündiger Rundgang über die Streuobstwiesen statt. Treffpunkt ist die Apfelannahmestelle der Kelterei Krämer. Wo und wann erhält man seinen persönlichen Hochstamm? Am Samstag, dem 11. November von 13 bis 16 Uhr kann man die Setzlinge kaufen, zuvor wird von 10 bis 12.30 Uhr der Pflanzkurs angeboten. Man trifft sich an der Crumbacher Straße 26 bei der Apfelannahmestelle der Kelterei. Bestellen kann man schon im Voraus unter Tel. 06164 / 642080 oder der Email: a.braun@kelterei-kraemer.de. Weitere Infos findet man unter www.kelterei-kraemer.de

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wo kann man Schösslinge der robusten Hochstämme erhalten?

Lokale Baumschulen haben sich spezialisiert

GROSS – UMSTADT (mng.) Sowohl der Förderverein Odenwälder Apfel als auch die Streuobstwiesenretter können da helfen. Auf deren Internetseiten sind viele Betriebe angeführt, die sich der Zucht von Hochstämmen verschrieben haben. Wer möchte, wendet sich an seinen Obst – und Gartenbauverein vor Ort. Auch diese wissen, wo es die robusten Schösslinge gibt. Ebenso werden manche Kaufaktionen von Keltereien angestoßen und auf den Weg gebracht. Selbstverständlich kann man sich auch beim BUND Lemgo durch die Liste der Anbieter klicken. Wer Hochstämme erwirbt, hilft Natur zu schützen und zu erhalten. Zudem leistet der einen Beitrag zur besseren Befindlichkeit bei Apfelallergikern, auch in unserer Region. Infos bei www.odenwaelder-apfel.de, www.streuobstwiesenretter.de und www.bund-lemogo.de.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

"Diese Vielfalt des Geschmacks fehlt in Berlin"

Apfelherbst: Politiker von Blindverkostung begeistert

GROSS-UMSTADT (mng.) „Ich hätte nicht gedacht, wieviel unterschiedliche Geschmacksnoten ein  Apfelwein aufweisen kann“, sagte Rosemarie Lück, Kreisbeigeordnete des Landkreises Darmstadt – Dieburg, am Samstag (9.9.) im Rahmen einer Blindverkostung auf dem Bauernmarkt. Sieben Proben regionaler Keltereien galt es hinsichtlich Geschmack und persönlicher Vorlieben zu beurteilen. Mit dabei waren weiterhin Bürgermeister Joachim Ruppert, Jens Zimmermann (MdB) und Erik Erstfeld als Sachverständiger des Vereins Odenwälder Apfel und Botschafter des guten Geschmacks. Moderiert wurde die kurzweilige und spaßige Veranstaltung von Michel Lang, einem dem Stöffchen nicht abgeneigten Journalisten. Nachdem Lang den Bürgermeister der Weininsel provokant auf die Trauben und deren Säfte festlegen wollte, parierte dieser den rhetorischen Angriff damit, dass es um Umstadt herum sehr wohl auch Streuobstwiesen gebe. Jens Zimmermann (MdB) ließ erkennen, dass ihm in den unzähligen Kneipen der Hauptstadt ein ehrlicher Schoppen vom Land fehle: „Gerade in den Sommermonaten, wenn es so heiß ist!“ Mit seinem Wissen über die paradiesische Frucht versorgte Erik Erstfeld die illustre Runde. Der ausgewiesene Kenner der Materie referierte begeistert über hessische, aber auch über englische und spanische Apfelweine. Von rassig, über gemäßigt bis hin mild und sanft wurden die Proben beurteilt. Sinn der Aktion war es, „die Bewohner der Weininsel hinüber auf das Festland des Apfels zu retten und dabei ihre geschmacklichen Vorlieben kennenzulernen“, so Lang während seiner Moderation. Um die Apfelweinmenge in Berlin anzuheben, schlug er dem Volksvertreter Zimmermann vor, doch beim nächsten Mal mit einem voll beladenen 7,5 – Tonner in die Hauptstadt zu reisen und die Darbenden zu versorgen. Leider outete sich der Parlamentarier als zu jung, denn sein Führerschein gelte für diese Klasse leider nicht. Als Fazit der Verkostung darf man konstatieren, dass alle Politiker den gesunden Schoppen mit ihren Mitteln fördern und den Apfelwein damit in aller Munde bringen wollen. Wie sich die Groß  - Umstädter Politiker geschmacklich entschieden haben, findet sich auf www.odenwaelder-apfel.de

Rege Gespräche über guten Geschmack führten (v.l.) Joachim Ruppert, Bürgermeister von Groß-Umstadt, Rosemarie Lück, Kreisbeigeordnete des Landkreises Darmstadt – Dieburg, Moderator Michel Lang, Dr. Jens Zimmermann (MdB) und der Sachverständige Erik Erstfeld. (Foto: Marieta Hiller)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Förderverein Odenwälder Apfel e.V. in der Odenwälder Kartoffelsupp September 2017

Wieso? Weshalb? Warum?

Odenwälder Apfelherbst kommt als freiwilliges Muss zu den Menschen

Vom Baum in den Bembel: Wie dies geht, erfährt man auf vielen Veranstaltungen des Odenwälder Apfelherbstes. (Foto: mng)

ODENWALD (mng.) Allein auf die im Apfel enthaltenen Vitamine aufmerksam machen zu wollen, wäre zu kurz gegriffen. Dass die Früchte gesund sind, weiß jeder. Deshalb greift der „Odenwälder Apfelherbst“ viel weiter und möchte vollumfänglich über alle Aspekte informieren, die das Thema beinhaltet. Dabei geht es um den Erhalt der Streuobstwiesen, die seit den 1950er Jahren um mehr als 75 Prozent zurückgegangen sind. Dies hat einen gewaltigen Einfluss auf den Ertrag sowie auf Flora und Fauna. Man denke an das fatale Sterben der Bienen! Baumpflegeaktionen mit den Fachwarten komplettieren diese hilfreichen Bestrebungen durch das Anbieten von Kursen für den richtigen Schnitt. Massive Maßnahmen sind erforderlich, um die negative Entwicklung einzudämmen. Unsere lokalen Keltereien gehen mit gutem Beispiel voran. Sie bevorzugen das Obst aus diesen Arealen. In den Ortschaften werden Kinder in das Pressen von frischem Most eingebunden und so für gesunde Getränke jenseits vorgefertigter oder künstlich kreierter Substanzen sensibilisiert. Natürlich kommen auch Feinschmecker nicht zu kurz, wenn sie in ausgesuchten Lokalen prima Apfelgerichte speisen oder die edlen Produkte der regionalen Brenner kennenlernen. Sogar Schulen bieten nun Projekte an, die den Apfel in den Vordergrund rücken. Und so ist der ausrichtende Förderverein Odenwälder Apfel in Zusammenarbeit der lokalen Agenda Ökolandbau Groß-Umstadt, mit Landwirten, Kelterern, Brennern und Imkern von der Sinnhaftigkeit dieses Angebots überzeugt. Auch Direktvermarkter, Städte und Gemeinden haben sich bei den zirka einhundert aktiven Akteuren eingeklinkt und unterstützen deren Ideen und Ziele. Will heißen, dass der Förderverein regionale Apfelsorten verbreiten möchte, deren Produkte wie Säfte, Weine und Brände fördern will und zudem sein Wissen vermitteln kann. Viele Erzeuger sind auf dem am 9. und 10. September stattfindenden Bauernmarkt in Groß-Umstadt anwesend. Helfen sie durch ihren Besuch der Veranstaltungen mit und lassen sie sich begeistern. Jeder neu gewonnene Freund für die gute Sache, bedeutet eine Stärkung der immens wichtigen Idee. Viel Spaß beim „Odenwälder Apfelherbst“ wünschen ihnen die Organisatoren! www.odenwaelder-apfel.de

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wer bin ich?

Pomologe Steffen Kahl bestimmt Apfelsorten

Als versierter Detektiv bei der Bestimmung von Äpfel und Birnen erweist sich immer wieder der bekannte Pomologe Steffen Kahl (Bildmitte). (Foto: mng)

GROSS-UMSTADT (mng.) Wer sich für Äpfel interessiert und seine Früchte klassifiziert haben möchte, findet dazu Gelegenheit auf dem am Samstag, dem 9. September, stattfindenden Bauernmarkt. Dort bestimmt im Schulterschluss mit den Streuobstwiesenrettern der Pomologe Steffen Kahl von 13 bis 16 Uhr die ihm angelieferten Früchte am Stand des Fördervereins Odenwälder Apfel. Dabei ist es wichtig, dass mindestens drei bis fünf gesunde Exemplare einer Sorte vorgelegt werden. Nur so ist die gewünschte Exaktheit in der Taxierung möglich. Anbei findet eine Ausstellung bekannter und unbekannter Sorten statt. Im Idealfall identifiziert Kahl einen Kalbfleisch-Apfel und eine Lengfelder Weinbirne! www.streuobstwiesenretter.de

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Am Geschmack sollst Du sie erkennen!

Blindverkostung von Apfelweinen schmeichelt Gaumen und Erzeuger

GROSS-UMSTADT (mng.) Dass Odenwälder Apfelweine munden, ist keine Frage, sondern eine Tatsache. Kenner können die Erzeugnisse einzelner Kelterer herausschmecken. Ein Unterfangen zwischen Wissen und Risiko. Möglich wird dies am Samstag, dem 9. September, am Stand des Fördervereins Odenwälder Apfel. Dass dies durchaus spaßig sein, verspricht der Moderator Michel Lang. Den normalerweise dazu nötigen Ernst lässt er daheim das Haus hüten. Die teilnehmenden Keltereien sind auf ihre Eindrücke sehr gespannt. Unterscheiden sie zwischen mild und bissig, zwischen lieblich und herb. Lassen sie ihrer Fantasie freien Lauf und sehen sie die Aktion als Möglichkeit, mit den herrlichen flüssigen Früchten unserer Streuobstwiesen in Kontakt zu kommen. Mit dabei sind: Bembel with Care aus Birkenau, Falter Fruchtsaft aus Heddesbach, Kelterei Bitsch aus Glattbach, Kelterei Krämer aus Beerfurth, Kelterei Petermann aus Großostheim, Getränke Freimuth aus Groß-Umstadt und die Kelterei Pfeiffer aus Ober – Ostern. Es spricht übrigens nichts dagegen, sich zuvor auf die Geschmäcker der teilnehmenden Keltereien einzustimmen! Vielleicht erzielt man dadurch einen Vorteil bei der Blindverkostung? Das ist nämlich nicht verboten, eher erwünscht!

Wer schmeckt wie? Wie schmeckt wer? (Foto: mng)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der Traum vom tollen Trüffel trifft ins Schwarze

Trüffel Schmunk komponiert die Trilogie der regionalen Kreativen

GROSS-BIEBERAU (mng.) Aller guten Dinge sind drei. Eine Binsenweisheit, die der Chocolatier Erich Schmunk zum Credo erhoben hat. Das Ergebnis kommt bei seinen Kunden bestens an. Nein, kein Mischmasch der Sorten. Auch keine fixe Idee eines überkandidelten Zuckerbäckers. Denn der im besten Sinne prämierte Tüftler für tolle Trüffel ist kein Mann kurzlebiger Spleens: Einen wohl überlegten Schritt hat der gelernte Konditor getan, indem er bewährt Gutes in seine Genüsse einarbeitet: Beste Milch, super Sahne und prima Butter bekommt er von der Hüttenthaler Molkerei, die qualitativ hochwertige Schokolade liefert die bekannte Manufaktur Eberhardt aus Beerfurth. Schmunk darf sich zusätzlich mit Stolz schmücken, denn auch er selbst hat Wesentliches zum Trüffeltraum beigetragen. Das Obst für die Kugeln mit Schuss gedeiht bei ihm um die Ecke, wobei Thomas Göbel aus Reinheim dann das Destillat aus den Früchten zaubert. Somit haben Britta Kohlhage von der Hüttenthaler Molkerei, der Schokoladenkenner Helmut Gräber von der Firma Eberhardt und Traumtrüffeltüftler Erich Schmunk gegenseitig offene Türen eingerannt. Völlig gewaltlos. Denn man war sich schnell einig. Jetzt liegen die Ergebnisse vor und schmeicheln in cremiger Zartheit den Zungen: Butter-Mandel, Mousse-au-chocolat, Vanille-Sahne, Apfelbrand-in-Vollmilch oder Kirschwasser und Eierlikör sind die begehrten Beispiele aus diesen speziellen und regionalen Kompositionen des Könners. Insgesamt liegen über 40 Geschmacksrichtungen der köstlichen Kugeln des Konditors vor. Hochprozentig oder ohne Alkohol? Der Kunde hat die Qual der Wahl. Ein Tipp: Die Trüffel schmecken wenige Tage nach der Herstellung am besten. Dies hat den Vorteil, dass keine langen Wartezeiten bezüglich der Vorfreude entstehen. Eines ist sicher: Für diese Trüffel gibt es keinen Rüffel! www.trueffel-schmunk.de

Das Trio der Erzeuger der tollen Trüffel bilden (v.l.): Helmut Gräber von der bekannten Schokoladenmanufaktur Eberhardt aus Beerfurth, Britta Kohlhage von der Molkerei Hüttenthal und Kompositeur Erich Schmunk (Foto: mng)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Im Gaumen knallen die Explosionen des guten Geschmacks

Odenwälder Feine Brände bergen ein Füllhorn an Überraschungen

LITZELBACH (mng.) Johannes und Monica Gehrig sind Feuer und Flamme für das, was sie tun. Mit Herzblut betreiben die beiden ihre kleine, aber feine Brennerei. Nachmachen? Imitieren? Ist nicht. Genauso wie ihre Sprache. Die ist die Odenwälder Mundart. Und das Du, mit dem sie die begeisterten Kunden ansprechen, kommt tief aus dem Bauch. Genau dahinein wandern auch die Liköre, die das Paar mit dem Faible für Gutes erzeugt. Aus frischem Fruchtsaft! „Der Erwerb der Brennrechte war für mich ein Segen“, sagt Johannes, der Mann an der Destille. Warum? Weil das Verfeinern von flüssigen Früchten schon immer seine heimlich gehegte und jetzt gepflegte Passion ist. Und Monica? Die weiß, wie man Menschen den Mund wässrig macht: Marmeladen und Chutneys, jene geballt fruchtigen Geschmackserlebnisse mit süßem, saurem oder scharfem Timbre sind ihre Passion. Da schmeckt man förmlich die Leidenschaft. Die prima Kreationen entfalten im Gaumen ihre geballte Kraft, wenn sich die Geschmacksknospen zu voller Weite öffnen und sämtliche Nuancen wie Geysire ihre vielfältigen Charaktere versprühen. Überraschungen? Immer! Aprikose mit schottischem Whiskey oder Aprikose mit Chili. Einen Versuch ist es immer Wert. Und wer versucht, kommt in Versuchung. Und die Früchte? „Genau 50 Kilometer Umkreis lassen wir zu. Alles andere ist für mich nicht mehr regional“, erklärt Johannes. Ihre Degustationen nennen sie Tastings, da Schnapsprobe nicht den Kern der Sache trifft. Schließlich sind es auch leckere Liköre und nicht nur geniale Brände, die im urigen, denkmalgeschützten Hof den Feinschmeckern über die Zungen rollen. Und so nehmen diese Botschafter des lokalen Genusses ihre Gäste und Kunden in Schmackhaft. Die sitzt man gerne ab, da keine frühzeitige Entlassung droht. Die Traubenprodukte entstammen der Maische aus unbehandelten Beeren, ein Highlight ist ein Brand aus geeistem Apfelwein. Da wird einem richtig warm ums Herz. So lieben es die Gehrigs: gemütlich, aber nicht altbacken; traditionell, aber risikofreudig; nicht überzogen, aber qualitativ am Limit. Und jetzt? Die Indizien in einen Beweis verwandeln. Wohl bekomm´s! www.odw-feine-braende.de

Monica und Johannes Gehrig identifizieren sich mit ihrer Odenwälder Heimat. Da ist die Tracht bei manchem öffentlichem Auftritt nicht nur Programm, sondern auch Bekenntnis. Vor einigen Jahren hat der staatlich geprüfte Brenner seine Passion zum Beruf gemacht. (Foto: privat)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Bei Kerzenschein im Zeichen des Apfels

Landgasthof Brunnenwirt erweist der Paradiesfrucht die Ehre

NIEDERNHAUSEN (mng.) „Oh, wenn doch schon Oktober wäre!“, werden sich diejenigen sagen, die sich über die vielfältigen Aktionen dieses Hauses informiert haben. Denn am Samstag (14.) des genannten Monats widmet die Inhaberfamilie Trautmann ihr kulinarisches Können in erster Linie dem Apfel. Mit einem romantischen Vier-Gänge-Menü wartet man auf und gestaltet diesen Genuss zu einem unvergesslichen Candle-Light-Dinner. Doch dies ist nur eine der vielen ideenreichen Kreationen aus der Küche dieses seit dem 17. Jahrhundert bestehenden Gasthofes, der aufgrund der Entdeckung eines Brunnens aus dem Jahr 1652 in den 1960er Jahren von „Meenzer Eck“ folgerichtig in die jetzige Bezeichnung umbenannt wurde. Was bietet die Küche sonst? Als weiteres Highlight des Herdfeuers darf man sich auf die vom 16. September bis zum 8. Oktober dauernden Kartoffelwochen freuen. Dann haben nämlich die Erdäpfel ihren großen Auftritt. Zudem widmet man die lukullischen Leidenschaften nun Kürbis und Konsorten. Geboten werden Spezialitäten für Fleischliebhaber und Vegetarier. Am Sonntag, dem 24. September, darf man beim Brunnenwirt rutschen. Nicht aus, sondern herunter. Denn der Landgasthof beteiligt sich bei „Fischbachtal Aktiv“ mit einer Riesenrutsche für Groß und Klein. Anbei kann man die Kräuterecke entdecken und erleben. Für Kinder heißt dies, dass sie herrliche Kränze basteln dürfen. Es gibt Live-Musik! Doch schon der vorangehende Samstag lockt: Es gibt Leckeres aus dem Hexenkessel zu Selbermachen sowie kurzweilige Rundfahrten mit der Kutsche. Wer möchte, nimmt ab 19 Uhr an der geführten Fackelwanderung mit Blick auf das Feuerwerk am Schloss teil. www.brunnenwirt.de

Tolles Team im familiären Umfeld: Beim Brunnenwirt helfen viele Hände dazu. Dies ist ein Garant für die beständige Qualität der spitzenmäßigen Leistungen des Hauses. (Foto: privat)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Auf der Kerbmeile lockt der Apfel-Caipi

Kelterei Petermann atellt wohlschmeckende Spezialitäten vor

GROSSOSTHEIM (mng.) Wiedermal hat sich die alteingesessene Kelterei Petermann überlegt, wie man mit den herrlichen und gesunden Produkten aus Äpfeln den Kerbsonntag am 22. Oktober bereichern kann. Herausgekommen sind dabei Ideen, die sowohl der flüssigen wie auch der festen Nahrung gerecht werden. So werden mit Sicherheit wieder die beliebten hausgemachten Apfelpfannkuchen besten Absatz finden. Zum Kaffee wird Apfelkuchen gereicht, der natürlich auch den unverwechselbaren Stempel der Petermanns trägt. Um den Durst nach den Gaben der Paradiesfrucht zu bedienen, geht man gleich zwei Wege: Bester und unverfälschter Süßer von den reichlich vorhandenen Streuobstwiesen wird die darbenden Kehlen netzen. Wer möchte, greift bei der nächsten Stufe zu und bedient sich am moussierenden Rauscher, dem Federweißen des Apfels. Dass der im augenzwinkernden Sinne reißenden Absatz findet, ist ein Gerücht. Denn nur wer dieses Göttergetränk eimerweise konsumiert, wird wohl des Öfteren mal ein stilles Örtchen aufsuchen müssen. Dann redet im Oktober natürlich das Wetter mit. Doch Petermanns haben vorgesorgt: Sollte die Sonne dem Kerbsonntag nicht huldvoll ihre Strahlen in den Tag schicken, gibt es heißen Apfelwein, der die gekühlten Gemüter angenehm erhitzt und die Feierlaune auf Temperatur bringt. Als alkoholfreie Variante steht warmer Apfelholundersaft zur Verfügung. Doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Deshalb setzen Petermanns vertrauensvoll auf blauen Himmel und halten den dafür passenden Apfel-Caipi bereit. Wahlweise darf man gerne zu Sangria aus der gleichen Frucht greifen. Von 12 bis 17 Uhr stehen diese Genüsse auf der Kerbmeile zur Verfügung. Wo trifft man sich? An der Ecke Breitestraße / Bachstraße am Stand der Kelterei Petermann. Übrigens: Die tun was! Senior Richard Petermann ist ausgewiesener Kenner der Obstwiesen, pflegt diese vorbildlich, unterhält ein beispielhaftes Insektenhotel und kümmert sich rührend um die unweit vorhandenen Speierlingbäume, deren Früchte dem hauseigenen Apfelwein einen ganz besonderen Charakter verleihen!

Vorbildlich gestaltet und bestens in die Landschaft der Obstwiese fügt sich das Insektenhotel der Kelterei Petermann ein. (Foto: Petermann)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ein Bravo für das Projekt mit dem Stiel

Jugendsozialarbeit und Mobile Kelterei Strecker begeistern die Kids

ERBACH / RIMBACH (mng.)  Dass eine Idee nur Früchte trägt, wenn man sie umsetzt, haben im wahren Wortsinne Alexander Carrasco Torres, Jugendsozialarbeiter an der Erbacher Schule am Sportpark und der Kelterer Albin Strecker aus Rimbach, mit seiner mobilen Anlage zur Mostherstellung erfahren. Das Projekt gipfelt nun am Montag, dem 23. Oktober, mit einem Aktionstag auf dem Schulhof. Vorausgegangen waren erlebnispädagogische Erfahrungen, welche die Jugendlichen vom Sinn des Vorhabens überzeugen konnten. Dabei stellten die Teilnehmer anhand eigener und Medienerfahrungen fest, dass vorwiegend künstliche oder vorkonfektionierte Getränke mit erheblichem Zuckeranteil konsumiert werden. Angespornt durch Carrasco Torres´ Engagement, führte der Weg in die Natur, wo die Schüler auf viele vernachlässigte Apfelbäume stießen. Schnell war man sich einig, dass dies ein guter Ansatz für eine sinnvolle Sache ist. Das Projekt mit Stiel gewann an Form. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Ein wahrer Spruch, den sich die Teilnehmer bald verinnerlicht hatten. Nun werden die Möglichkeiten auf verschiedene Arten beleuchtet und der große Tag vorbereitet. „Dabei lernen die jungen Leute nicht nur die Verarbeitung des Odenwälder Kulturgutes kennen, sondern beschäftigen sich mit dem Anbau, der Bewirtschaftung und mit der Pflege desgleichen“, schreibt Carrasco Torres in seiner Pressemitteilung. Zudem wurde die Aktion bei der Umweltlotterie GENAU im vergangenen Januar als Gewinnerprojekt gewürdigt. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Apfelsaft bei den Schülern an Popularität gewonnen hat. Durch die aktive Teilnahme am Geschehen, wird das flüssige Gold von den Kids nun gewürdigt und aktiv beworben. So besteht große Nachfrage nach Saft und Gelee. Sogar im Michelstädter Café „Träumerei“ wird der Saft seit Februar vergangenen Jahres exklusiv angeboten. Zudem sind viele Beteiligte unterwegs und erklären allen Interessierten, wie „der Apfel in die Flasche kommt.“ Aktuell werden zwei Obstwiesen bewirtschaftet. „Es hat sich ein Netzwerk entwickelt, das dem Projekt Nachschub verleiht“, schreibt Alexander Carrasco Torres abschließend und lobt die an der Schule bestehende, gut genutzte Apfelsafttheke. Wer Näheres über die jugendlichen „Paten“ der Streuobstwiesen erfahren will, wendet sich unter den Email-Adressen: alcato@gmx.de oder a.carrasco@lernstubb-odenwald.de an den Projektleiter oder kommt zur oben genannten Veranstaltung mit der mobilen Kelter von Albin Strecker in die Schule.

Erlebnispädagogik verlegt das Klassenzimmer ins Freie: Hier kümmern sich Schüler mit Sozialarbeiter und Projektleiter Alexander Carrasco Torres (rechts) um das Abernten einer Streuobstwiese. (Foto: privat)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der feine Fex vom Felsenmeeer

Kobold Kieselbart lockt mit einer Schatzkiste

LAUTERTAL (mng.) Er kennt das Felsenmeer wie kein anderer. Keine Furche und Spalte ist ihm fremd. Über jeden Stein ist er schon gehüpft und die große liegende Säule hat er auch schon befühlt: Kobold Kieselbart ist ein Kenner des monumentalen Steingartens und ein Könner, wenn es darum geht, diesen zu erläutern. Dabei wendet er sich besonders gerne interessierten Kindern zu. Was hat es mit den beiden Riesen auf sich? Welche Geschichte gibt es über die alten Römer zu erzählen? Bergen auch die Felsen dunkle Geheimnisse? Dies alles und noch viel mehr erfährt man von Kobold Kieselbart. Dabei weiß er auch einiges über die Flora und Fauna zu berichten. Anhand einer Schatzkarte lernt man viel über Himmelsrichtungen und Höhenangaben. Als Belohnung winkt sogar eine echte Schatzkiste! Für Kinder ab sieben Jahre hat Kieselbart die spezielle Themen-Schatzsuche zum Wunschtermin im Gepäck. Märchen, wilde Räuber oder gar das Ei des Felsenmeerdrachens werden zur Sprache gebracht. Piratenschatzsuche? Auch an Bord! Zudem wartet eine geheime Zauberwald-Schulstunde auf neugierige Mädchen und Buben. Klar ist, dass Kobold Kieselbart auch gerne Erwachsene auf seiner Erkundungstour durch die Landschaft mitnimmt. Beim Odenwälder Apfelherbst auf dem Bauernmarkt in Groß-Umstadt darf jeder in Kieselbarts Schatzkiste greifen. Am Stand des Fördervereins Odenwälder Apfel gibt es große und kleine Gewinne. Samstags ist der Wicht bis 12.30 Uhr vor Ort, sonntags ganztags. Auch Zauberbaumrinde, Glitzersteine und Kristalle aus der Tiefe der Erde werden vorgehalten. Frisch geschürftes Zwergengold ist übrigens ebenso dabei. Als Hauptgewinn winkt ein Kindergeburtstag im Felsenmeer zum Wunschtermin im kommenden Jahr.

Zudem können am Dienstag, dem 3. Oktober, Kinder und Erwachsene erfahren, warum dem Kobold Kieselbart Äpfel so ungemein wichtig sind. Er nimmt sie dazu auf einen literarischen Spaziergang ins Felsenmeer mit. Da wird noch aus echten Büchern vorgelesen! Kinder ab sechs Jahre und Erwachsene melden sich bis zum Sonntag, dem 1. Oktober, einfach an. Die Adresse lautet: Felsenmeerdrachen, Marieta Hiller und Kobold Kieselbart, Waldstraße 2, 64686 Lautertal. www.felsenmeerdrachen.de

Kobold Kieselbart wartet schon! (Foto: privat)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Flora und Fauna sind ganz nah

"Haus am Mühlberg" lockt mit spitzenmäßigen Speisen und viel Natur

BRANDAU (mng.) Harald und Martina Horn wohnen da, wo ihre Gäste Urlaub machen. Ein Glücksfall für das Paar, ein Segen für Menschen, die einzigartige Ruhe mit einmaligem Genuss verbinden möchten. Denn genau da sind sie richtig, im Haus am Mühlberg. Die wunderbare Natur mit ausgedehnten Wanderwegen winkt gleich um die Ecke. Felder, Wälder, Wiesen. Alles liegt vor der Türe. Da lässt sich der Odenwald in Reinkultur erleben! Melden sich dann Hunger und Durst, verlangt die von der Natur verwöhnte Seele nach fester Nahrung, geht man den umgekehrten Weg und kehrt im Haus am Mühlberg ein. Dort brutzeln sagenhafte Wildspezialitäten in der Pfanne und die Odenwälder Forelle freut sich darauf, den Gästen den Gaumen zu kitzeln. Spargelkreationen und Kartoffelgerichte ergänzen die tollen Ideen aus dieser gutbürgerlichen Küche. Stopp! Ein Flair Italien ist dabei: Sagenhafte Pizzen sind ebenfalls im Angebot. Für den kleinen Hunger servieren Horns im Café hausgemachte Kuchen, sowie eigenen Apfelwein mit Hand – oder Kochkäse. Die rustikal eingerichteten Gasträume bieten etwa 80 Personen Platz. Im nebenan befindlichen Wintergarten können bis zu einhundert Gäste den Genüssen frönen. Drei hübsche Ferienwohnungen laden zu einem längeren Aufenthalt ein. Diese sind für zwei bis sechs Personen geeignet und mit allem Komfort ausgestattet. Balkon, Liegewiese und ein Spielplatz locken bei schönem Wetter. Apropos gutes Wetter: Sollten sie Motorradfahrer sein, sind sie hier allemal richtig. Harald Horn bietet tolle Touren durch die kurvenreiche Landschaft des Odenwaldes an. www.haus-am-muehlberg.de

Eine prima Gastronomie findet man im Haus am Mühlberg. Direkt um die Ecke lockt die Natur zu erholsamen Spaziergängen oder zu ausgedehnten Wanderungen. (Foto: mng)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Einzigartiges Ambiente und ein prachtvoller Saal

Das Gasthaus "Zur Traube" präsentiert sich im schmucken Kleid

REICHENBACH (mng.) Hier konkurriert beinahe die fabelhafte Fachwerkfassade mit der zentralen Lage. Und so zeichnet sich das historische Gasthaus „Zur Traube“ durch zwei unschlagbare Vorteile aus: Die Front mit dem frisch renovierten und nach den Vorgaben des Denkmalschutzes erfolgten Aufbau spricht das Auge an. Dazu kommt der Platz, an dem jeder vorbei muss, der nach Bensheim möchte oder in den Odenwaldkreis will. Außerdem liegt das Felsenmeer in unmittelbarer Nähe. Dieses Potenzial hat die Betreiberfamilie Mink erkannt und vor 15 Jahren das damals beinahe baufällige Gebäude erworben. Im Jahr 1369 als Mühle erstmals erwähnt, und seit 1776 als Gasthaus „Zur Traube“ geführt, haben die Besitzer ein Kleinod zum Mündel, das aber auch fordert: „Seit drei Jahren sind wir fast ununterbrochen am Restaurieren“, erzählt Wolfgang Mink. Dabei verweist er auf die gute Akzeptanz der drei Wirtschaftsräume im Erdgeschoss, die häufig von Einheimischen und Gästen besucht werden. Besonders Vereine nutzen die Kapazitäten mit rund einhundert Sitzplätzen. Dazu können sich bei gutem Wetter zirka 60 Personen auf der hübschen Terrasse des Biergartens niederlassen. Hinzu kommt im oberen Stockwerk ein Saal mit Bühne, nach dem sich so mancher Gastronom sehnt: Um 1900 wurde das Schmuckstück mit seiner Empore und der barock anmutenden Erhöhung für die Künstler geschaffen. Eine ausgefeilte Bühnentechnik samt beeindruckendem rotem Vorhang ist vorhanden. „Früher spielte hier regelmäßig eine Kabarettgruppe. Leider hat sich diese aufgelöst“, bedauert Mink. Ideal ist dieser hübsche Raum mit seinen 130 Plätzen und der Empore zudem für Musikgruppen oder Theateraufführungen. Gutbürgerlich bezeichnet der Hausherr die solide und ehrliche Küche, wobei durchaus auch Fisch oder Wild mal auf den Tisch kommen kann. Zudem liefern Minks Büffets nach Wunsch im Rahmen des Caterings an Privatpersonen. Zwei Gästehäuser mit 14 Zimmern und 32 Betten ergänzen das schöne Ensemble des historischen Lokals. Dies ist ideal für Kurzurlauber oder für Leute, die sich einfach im Restaurant mal festgesetzt haben. Denn die Bleibetendenz ist hoch! Übrigens: Auch Open-Air-Veranstaltungen sind möglich. www.zurtraube-lautertal.de

Direkt neben der Kirche beeindrucken die Mauern des Gasthauses „Zur Traube“ in Reichenbach. Empfehlenswert für Aufführungen, Musik oder auch Feierlichkeiten ist der bildschöne Saal mit Bühne. (Foto: mng)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Feine Verkostungen als saftige Verführungen

Falter Fruchtsaft garantiert ausschließlich regionale Verarbeitung

HEDDESBACH (mng.) Ein Bravo für diese Qualität und den immer wieder unter Beweis gestellten Anspruch der lokalen Ausrichtung dieses Betriebes! Da sind Wertigkeit der Ware und sorgsamer Umgang mit den Früchten keine Worthülsen, sondern täglich gelebte Philosophie. Seit drei Generationen gibt es diesen Erzeuger im Rhein-Neckar-Kreis an den Hängen des Odenwaldes, der mit feiner Ironie seine Abteilung der alkoholfreien Getränke als Saftladen bezeichnet. So kommt der Apfelsaft aus einhundertprozentigem Konzentrat und ohne Zuckerzusatz zum Kunden. Reiner und feiner geht es nicht. Anbei gibt es Mischgetränke mit Birne, Zitrone, Himbeere, Kirsch, Orange oder auch Grapefruit, Maracuja und Johannisbeere. Trotz der enormen Vielfalt an Säften, gibt es bei Falters natürlich auch hervorragenden Apfelwein. Man merkt: Den Leuten liegt die Heimat am Herzen! So sind sie bekennende Freunde der hochstämmigen Streuobstwiesen und deren Hervorbringungen. Man liebt dieses schützenswerte Refugium mit seinen über 5000 Tier – und Pflanzenarten. Kein Wunder, dass sich Falters deshalb mit verschiedenen Initiativen und Organisationen zusammengeschlossen haben, um diesen kleinen Paradiesen die ihnen zustehende Pflege zukommen zu lassen. Die knackigen Äpfel und Birnen werden dann während der Erntezeit zu Säften verflüssigt. Ein Teil davon vergärt in den Tanks zu Apfelwein. Garantiert wird die ausschließliche regionale Herkunft der Früchte. Will heißen, dass kein Apfel, kein Apfelsaft und auch kein Apfelsaftkonzentrat zugekauft werden. Auch in ernteschwachen Jahren reicht die gelieferte lokale Menge für den Bedarf dieses rührigen Betriebes. Dies kann man auch schmecken: Am Samstag, dem 23. September, lädt Falter Fruchtsaft zu einer öffentlichen Führung samt Verkostung und Verkauf ein. Da schmeckt man den Odenwald in seiner reinsten Form! www.falter-fruchtsaft.de

Immer ein Auge auf die Qualität der zu verarbeitenden Produkte hat das Leitungsteam von Falter aus Heddesbach im südlichen Odenwald. (Foto: privat)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Umstädter Streuobstwiesen sind ein Kulturgut

Arbeitskreis Ökologischer Landbau pflegt, hegt und informiert

GROSS-UMSTADT (mng.) Dass Streuobstwiesen die Landschaft prägen und eine große Bedeutung für bedrohte Tier – und Pflanzenarten haben, ist offensichtlich. Auch sind sie ein nicht zu unterschätzender Faktor für das Lokalklima und die Naherholung. Doch mit der Feststellung allein, ist es nicht getan. Dies hat der örtliche Arbeitskreis Ökologischer Landbau erkannt und kümmert sich um den Fortbestand. Denn die Bäume werden immer älter, es fehlen junge und mittelalte Exemplare. „Der Bestand leidet unter mangelnder Pflege, Neupflanzungen unterbleiben oft“, schreibt Klaus Dummel in seiner Pressemitteilung und führt aus, dass die Ausweisung neuer Baugebiete, die Umwidmung in Freizeitgrundstücke und die Rodung der als unwirtschaftlich angesehenen Streuobstwiesen ebenfalls den Fortbestand reduzieren. Hierzu informiert der Arbeitskreis nun die Öffentlichkeit, erklärt sachlich und stellt die Problematik verständlich dar. Zudem werden Projekte angeregt und Fachleute miteingebunden. Vertreter von BUND, NABU, Forstwesen und Landwirtschaft sind mit an Bord. „Wir sind jedoch offen für die Mitarbeit aller Mitbürgerinnen und Mitbürger“, macht Dummel deutlich. Ziel der Bestrebungen sei es, Lösungen zu finden, um die Streuobstwiesen zu erhalten und qualitativ zu verbessern. Deshalb will man auch verstärkt die junge Generation ansprechen. Hierzu wird in Kleestadt eine Musterfläche aufgebaut, die zeigt, in welcher Form die Wiesen bewirtschaftet, Kindergärten, Schulen und die Öffentlichkeit eingebunden werden können. Zudem ist der Aufbau einer Internetplattform in Arbeit. Infos finden sich unter www.odenwaelder-apfel.de  Richtungsweisend führt der Arbeitskreis Baumpatenschaften nach dem Prinzip „Pflege gegen Ernte“ ins Feld, regt den Aufbau einer Streuobstwiesenbörse in Zusammenarbeit mit der Stadt an, um die Interessen von Eigentümern und potentiellen Pächtern zusammenzuführen. Auch denkt man an Schnittkurse zur Unterstützung der Bewirtschafter. Durch regelmäßiges Nachpflanzen, will man die Überalterung verhindern. Gelobt wird der lokale Apfelsaft, der aus nachhaltigem ökologischem Landbau resultiert und ohne Rückstände von Pestiziden oder Mineraldünger ins Glas kommt. Diesen gibt es bei Getränke Freimuth in Groß-Umstadt, beim Demeter -  Obsthof Michel in Wallhausen und bei der Bäckerei Heberer in Richen, die auch Apfelkuchen von den Streuobstwiesen aus Groß-Umstadt im Angebot hat.

Streuobstwiesen sind ein Eldorado für Kinder. Dabei können sie am konkreten Beispiel erfahren, wie wichtig diese alten Bestände für die Natur sind. (Foto: privat)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der Apfel hat es in die darstellende Kunst geschafft!

Hoftheater Tromm lädt zu einem Fest zu Ehren der Paradiesfrucht ein

Da hat wohl jemand keinen Sitzplatz mehr gefunden? Beim nächsten Mal klappt es bestimmt! Anmeldungen lohnen sich, denn oft ist das Haus ausverkauft. (Foto: privat)

TROMM (mng.) „Was wär´ ein Apfel ohne-sine?“, fragt Heinz Erhardt im Gedicht und Wilhelm Tell hätte es ohne Apfel wohl gar nicht gegeben. Die Aktion wäre als Schuss in den Ofen gestrandet. Dies wissen auch die kreativen Macher des Hoftheaters und erweisen der fabelhaften Frucht am Sonntag, dem 15. Oktober, mit einer Hommage die Ehre. Im alten Stall widmen sie sich dem Apfel in Märchen, Gedichten und Geschichten. Da dürfen dann die Besucher einen unterhaltsamen Streifzug durch die vielfältige Literatur über dieses Obst erleben. Bei der Lesung mit Musik ist für jeden Geschmack etwas dabei. Jeder Gast wird etwas zur Erheiterung des Gemüts finden. Das Hoftheater Tromm ist in einem historischen Gehöft untergebracht und bietet schon seit über zehn Jahren Kunst und Kultur auf hohem Niveau (577 Meter über NN) an. Dass bei dieser wahren Beschreibung in bester Doppeldeutigkeit ein Schalk am Werke war, spricht für das humorige Eigenverständnis der Betreiber. Zudem kann das Theater mit und ohne Programm gemietet werden. Im Stall lässt es sich prima feiern. Sowohl bekannte Künstler aus den Medien, aber auch junger Nachwuchs hat schon in den Räumen der rührigen Theaterleute Station gemacht. Kabarettisten, Schauspieler, Musiker. Immer werden die Besucher bestens unterhalten. Auch Eigenproduktionen für Kinder und Erwachsene sind im Programm. Zudem werden Workshops angeboten. www.hof-theater-tromm.de

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wie aus dem Apfel Saft oder Wein wird

Kelterei Krämer lädt zum Blick hinter die Kulisse ein

aufdrängende Wortspiel zu bedienen. Denn bei Krämers sind Offenheit und Transparenz an der Tagesordnung. Und genau deshalb lädt das Unternehmen am Samstag, dem 23. September, zu einer Betriebsbesichtigung ein. Hierbei werden sowohl die Abläufe als auch die Erzeugnisse vorgestellt. Von 10 bis 16 Uhr informiert die Belegschaft mit stündlichen Führungen, die mittels einer nachfolgenden Verkostung einen geschmackvollen Abschluss finden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Wie wird aus den Äpfeln der Saft? Sichtbar sind ja nur die reich befüllten Silos. Dies beantwortet Geschäftsführer Stefan Krämer. Gerne gibt er sein Wissen weiter, zeigt und erklärt den Weg von den Lagerräumen zur Presse oder wie die Auslese von minderwertigen Äpfeln vonstattengeht. Somit werden alle Stationen der Produktion besucht und die jeweiligen Herstellungsschritte erläutert. Ebenso erfährt man, wie lange es dauert, bis ein astreiner Apfelwein gereift ist. Ein Blick in die Geschichte der Kelterei zeigt, dass das Unternehmen bereits 1928 von Stefan Krämers Großvater und dessen Cousin gegründet wurde. Diese machten aus heimischem Obst prima Säfte und verkauften sie in den Städten. Nach der Übernahme durch Gertrud und Reinhard Krämer, blieb man der Saftproduktion treu, widmete sich jedoch beinahe ausschließlich dem Apfel. Durch den in den 1970er Jahren einsetzenden Trend zum Apfelwein, begannen Krämers dieser Nachfrage zu folgen und nahmen die kernigen Schoppen in die Produktion auf. Mit der Idee „Bembel-with-care“, dem Apfelwein in Dosen, bedient man erfolgreich einen Trend der Jugend, die jetzt das Stöffche für sich entdeckt hat. Mit dieser Renaissance gehen die Geschmacksrichtungen pur, sauer und süß einher. Ebenfalls gibt es Mischungen mit Cola oder Sauerkirschsaft. Nach der Führung werden prima komponierte Cocktails mit kleinen Snacks kredenzt. Infos erteilt Anke Braun unter Tel. 06164 / 642080 oder der Email: a.braun@kelterei-kraemer.de. Internet: www.kelterei-kraemer.de

Krämers Apfelweine aus Beerfurth sind ein Schluck Odenwald im Glas. Bei der Führung werden sämtliche Abläufe der Herstellung erläutert. (Foto: Krämer)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Faulen müssen draußen bleiben

Kelterei Krämer lässt nur gesundes Obst durch die Kontrolle

„Guude Schorsch, wo machst´n hie?“ „Zum Krämer, dummie Frooch!“. Das sind Dialoge, die überzeugen! (Foto: mng)

BEERFURTH (mng.) Ab Freitag, dem 8. September, kennen viele Fahrzeuge wieder nur eine Richtung: Zur Kelterei Krämer scheint es die Reifen zu ziehen. Denn ungebrochen ist die Lust auf guten Saft und Apfelwein. Vom Eimer, über den Sack bis zum Hänger wird alles beladen, was Transportkapazität bietet. Aus rund 30 Kilometern Entfernung kommen die ungefähr 3000 Kunden nach Beerfurth, um ihre fragile Fracht beim Fachmann abzugeben. Privatleute und Bauern sind es, die zur Apfelannahme strömen. Denn sie wissen, dass dort Qualität entsteht. Schließlich verarbeitet der Betrieb nur reifes und gesundes Obst. Solches mit Faulstellen, wird rigoros aussortiert. Am liebsten nehmen Krämers Streuobst von den regionalen Wiesen. Da ist eine Durchmischung der verschiedenen Sorten garantiert, was wiederum das unvergleichliche Aroma ergibt. So unterstützt die Kelterei Krämer den Anbau neuer Streuobstbäume: Auch in diesem Jahr steht für Kunden der Kelterei ein Kontingent an jungen Apfelhochstämmen bereit. www.kelterei-kraemer.de

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Grandiose Gedecke aus Küche und Kelter

Hotel-Restaurant Dornröschen bietet Schmankerl und Schoppen

ANNELSBACH (mng.) „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“, weiß Küchenmeister Peter Merkel. Und er ist einer, der mit festen und flüssigen Genüssen dienen kann. Denn das Kochen ist seine Profession, das Keltern sein Metier. Bereichert werden diese Gaben von den Fähigkeiten der Ehefrau Carola, die als gelernte Konditorin sagenhaft Süßes draufsetzt. Und so isst man sich in den Oktober mit „Annelsbacher Kartoffelsuppe“ hinein, welche die Grundlage für „Rinderzunge mit Gänsstebbel samt Wirsing in Rahmsoße“ bildet. Da kommt auch „Dornröschens süße Kartoffeltorte“ zum Schließen der Magenpforte gerade recht. Denn all dies sind Kreationen, die die ODENWÄLDER KARTOFFELWOCHEN adeln. Anbei vervollständigen „Pfannenkuchen bis zum Platzen“ das leckere Menü. Doch keine Angst, Explosionsgefahr besteht nicht! Ebenso wird man nicht bei den sagenhaften Schoppen aus den Tiefen der Merkelschen Keller auseinanderfahren, da die Zeiten, in denen Apfelwein ein Garant für einen Blähbauch gewesen ist, mittlerweile vorbei sind. Lange schon bestimmen Hygiene und sauberes Arbeiten die Vorgänge unter Tage. Kommen wir aus dem Keller herauf: Zu den Kartoffelwochen bieten Merkels ein tolles Arrangement an, das Übernachtung mit Frühstück, eine Apfelweinprobe und ein Vier-Gänge-Menü vereint. Jetzt gehen wir wieder in den Keller hinab: Dort bietet der Apfelwein – Professor, wie Peter Merkel manchmal genannt wird, an den Samstagen des 7. Oktober und des 8. Oktober ab 17 Uhr Führungen an, welche die Teilnehmer über die Techniken des Kelterhandwerks informieren. Und weil das Probieren bekanntlich über das Studieren geht, sind diverse Schlucke von den Schoppen schon vorgesehen. Dazu plaudert der Kelterer Heiteres und Geschichtliches zur Historie des Hauses und zur Apfelweintradition aus. Machen sie sich also auf witziges und unterhaltsames Schoppengeschwätz gefasst! Anbei warten fünf Apfelweinspezialitäten und herzhafte Häppchen. Für diese kurzweilige Stunde wird um Voranmeldung gebeten. Aktuell sind neben dem Hausschoppen von der Streuobstwiese, der sortenreine Kaiser Wilhelm, der sortenreine Hauxapfel und eine Trilogie aus Reichelsheimer Weinapfel, Erbachhofer und Bürgstädter Rote erhältlich. Noch einmal raus aus dem Keller: Wer jetzt schon Lust auf Äpfel hat, der haut ab Sonntag, dem 10. September, schon bei Carolas „Ebbelkuche mit Budderriwwel“ richtig rein. Diese erklärt dann auch den Gästen, die sich der Hochsprache bedienen, was das ist. Guten Appetit und Prosit! www.dornroeschen-annelsbach.de

Ganz entspannt wird hier ein Schoppen geschlotzt: Carola und Peter Merkel in den Tiefen ihres Kellers. (Foto: Ernst Wrba)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Der richtige Schnitt ist ein wichtiger Schritt

Kompaktkurs für Obstbaumpflege im nächsten Jahr

Sommerschnitt an einem Hochstamm. (Foto: Börner)

(mng.) Abermals wird eine Ausbildung zum Fachwart im Obstbau angeboten. Der Kurs startet am Freitag, dem 9. Februar, und endet am Samstag, dem 18. August 2018. Zu den theoretisch und praktisch vermittelten Fachthemen zählen das Pflanzen, Schneiden und Veredeln von Bäumen. Die Schwerpunkte der Termine liegen im Winter und im Frühjahr, doch werden auch im Sommer der Jahreszeit entsprechende Arbeiten durchgeführt. Hierbei erlernen die Teilnehmer auch den sicheren Umgang mit Säge und Schere. Der Lehrgang umfasst acht bis zehn Termine mit ungefähr 70 Stunden. In der Regel findet der Unterricht samstags zwischen 9 und 17 Uhr sowie an einem Freitag zwischen 18 und 22 Uhr statt. Der zu entrichtende Beitrag richtet sich nach der Zahl der Teilnehmer. Veranstalter ist der Kreisverband Odenwald – Dieburg für Obstbau, Garten und Landschaftspflege in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Odenwälder Apfel. Infos, Programm und Anmeldeformular sind über Hans Helmut Börner unter Tel. 06164 / 4021, Fax 06164 / 500 9829 oder der Email: hanshelmut.boerner@web.de zu beziehen. Mit ihrem Angebot möchten die Organisatoren einen Beitrag zum Erhalt der Odenwälder Streuobstbestände leisten.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Mit modernem Gerät bis zum letzten Tropfen

Obst- und Gartenbauverein Schaafheim keltert historisch und mit Hightech

SCHAAFHEIM (mng.) Wie der 1896 gegründete Obst – und Gartenbauverein Schaafheim vermeldet, startet er am Sonntag, dem 15. Oktober, eine umfangreiche Kelteraktion. Bei dieser kommt neben dem traditionellen, handbetriebenen Muser auch eine hochmoderne Variante des Zerkleinerers zum Einsatz. Mit der Spindelkorbpresse wird dann der köstliche Most durch die Ritzen gedrückt. Parallel zeigt der Verein, wie man schneller und effektiver arbeiten kann. Dazu setzt er eine moderne Hydropresse ein. Dass die Äpfel von Streuobstwiesen stammen, muss nicht erwähnt werden. Kinder können den frischen Most natürlich sofort probieren. Zudem wird das gesunde Getränk in Kanistern zu 2,5 Litern angeboten. Bei der Apfelverkostung vor Ort erfährt man Interessantes über die unterschiedlichen Sorten. Eine fachliche Beratung für das Anpflanzen von Apfelbäumen befindet sich ebenso im Angebot des Tages. Die Veranstaltung ist von 10.30 bis zirka 17.30 Uhr geplant. Man trifft sich vor der Kulturhalle. Eintritt wird nicht erhoben.

Auch die Kleinen können Keltern! Zumindest haben sie beim Pressen des frischen Mostes großen Spaß und erfahren, wie gut ein natürliches Getränk schmeckt. (Foto: Tino Fritzsche)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kreisverband Odenwald-Dieburg für Obstbau, Garten und Landschaftspflege

Informationen zur Struktur einer wichtigen Institution im Gefüge des Naturschutzes

(mng.) Es war im Jahr 1889 als im Landratsamt von Erbach im heutigen Odenwaldkreis der „Obstbauverein für den Kreis Erbach“ gegründet wurde. Im Rahmen der hessischen kommunalen Gebietsreform 1972 wurde der Name in „Kreisverband Odenwald für Obstbau, Garten und Landschaftspflege“ geändert. Dann hatte der Kreisverband Dieburg im Jahr 2014 einen Fusionsantrag gestellt, dem stattgegeben wurde. Anfang Januar 2016 kam zum Namen der Zusatz „Dieburg“ hinzu. Der Kreisverband ist gemeinnützig anerkannt und sieht sich als Förderer des Obst- und Gartenbaus sowie der Landschaftspflege und des Umwelt – und Naturschutzes. Ebenso macht man sich die Verschönerung der Städte und Gemeinden, wie auch die Förderung des Heimatgedankens zur Aufgabe. Besonders ist man an der Funktionsfähigkeit der örtlichen Obst – und Gartenbauvereine interessiert, die ihre Mitglieder und Gönner fachlich beraten und betreuen. Natürlich spielt auch die Geselligkeit eine Rolle. Ein weiter Grund dafür, weshalb die Vereine Anlaufstellen für viele Bürger der Gemeinden sind. Aktuell sind 17 Ortsvereine mit 1988 Mitgliedern im Kreisverband organisiert. Die neu aufgenommene Fachwartausbildung wird seit 2015 als Grundkurs angeboten.

Auch das Aufhängen von Nistkästen gehört zu den Aufgabenbereichen der Obst – und Gartenbauvereine. (Foto: Börner)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Mit dem Profi auf Patrouille

Hans Helmut Börner führt durch beispielhafte Streuobstbestände

REICHELSHEIM / BEERFURTH (mng.) Gut gerüstet und mit leichtem Marschgepäck sollte man versehen sein, wenn am Samstag, dem 21. Oktober, Fachwart Hans Helmut Börner seine Gäste für zirka vier Stunden durch beispielhafte Bestände von Streuobstwiesen führt. Dabei erzählt der berufene Kenner der Materie Wissenswertes über Baumkrankheiten, Baumschnitt und Baumschädlinge. Anbei erhalten die Teilnehmer des Rundgangs hilfreiche Tipps für einen langen und ertragreichen Baumerhalt. Wer nichts zu Schnabulieren dabei hat, muss nicht darben: Es gibt Apfelwein und Saft von der Kelterei Krämer, die auch einen kleinen Snack reicht. Los geht es um 9.30 Uhr. Man trifft sich vor der Kelterei Krämer in Beerfurth. Es wird bei Hans Helmut Börner unter Tel. 06164 / 4021 um vorherige Anmeldung gebeten. Über die Email: hanshelmut.boerner@web.de ist der Leiter des Rundgangs ebenfalls zu erreichen.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Odenwälder Bodenständigkeit ohne Wenn und Aber

Ein stolzer Brenner mit beachtlichen Auszeichnungen ist Volker Ester aus Beerfurth. Montags bis freitags ist der Dompteur der Destille nach Vereinbarung zu erreichen, an Samstagen hat die feine Edelbrennerei von 9 bis 14 Uhr geöffnet. (Foto: privat)

BEERFURTH (mng.) Lautes Trommeln und tüchtig auf die Pauke hauen, sind nicht so sein Ding. Das überlässt er lieber den Rhythmusgruppen. Trotzdem macht sich Edelobstbrenner Volker Ester nicht klein. Schließlich hat er Großes zu bieten: Die mittlerweile zehnjährige Teilnahme an den Prämierungen der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz hat dem 37 Jahre jungen Mann beste Ergebnisse seiner Brände bestätigt. So konnte der bekennende Neugierige im Metier insgesamt 61 mal Gold, 69 mal Silber und 18 mal Bronze nach Hause holen. Da ist reißerische Reklame überflüssig, denn diese Zahlen sprechen für sich. Nur nach strenger Kontrolle einer staatlich anerkannten Prüfinstitution gehen die flüssigen Früchte ins Rennen. Erst kürzlich wurden Esters Errungenschaften mit dem „Ehrenpreis des Verbandes Pfälzer Klein – und Obstbrenner“ ausgezeichnet. Das Ergebnis: acht goldene und neun Silbermedaillen. Dazu kommen sechs Qualitätsauszeichnungen mit dem Ehrenpreis des Odenwaldkreises. Wie ist sowas möglich? „Mein Ziel ist es, ein unverfälschtes und reines Produkt aus den Odenwälder

Obstgärten herzustellen“, sagt der bescheiden auftretende Brenner. Kurze Wege und die dadurch gewährleistete frische Verarbeitung führt er als Prämisse an. Weshalb aber jetzt diese unvergleichbare Weichheit mit jener herrlichen Intensität im Geschmack einhergeht, kann er so genau auch nicht sagen. Doch sind die Versprechungen Fakt. Esters Brände brennen nicht. Zumindest nicht beim Trinken. Wagemut? Lust auf Überraschung? Sicher, denn ohne Risiko gibt es keine Entdeckung. Aktuell sind exotische Destillate angesagt. Diverse Apfel – und Birnenbrände lugen aus dem Regal hervor. Quitte, Zwetschge und Mirabelle assistieren. Himbeere, Brombeere und Holunder werden ebenfalls gebrannt: „Das bedeutet großen Aufwand!“, bekennt der Edelbrenner. Von Geisten ist Ester eher gering begeistert, denn diese seien nicht die allzu große Kunst. Der Verfechter der Streuobstwiesen ist zudem Lohnbrenner. Oft kommen Kunden und bringen Obst. Liköre hat Ester ebenso im Sortiment. Seit 1875 besteht nun die Brennerei, die Volker Ester in der fünften Generation im Nebenerwerb führt. Und dies vorbildlich. Das schmeckt man. Tel. 06164 / 913464, Mobil 0177 / 8233190 oder Email: info@edelobstbrennerei-beerfurth.de

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Sortenrein schmeckt auch sehr fein

Treuschs Apfelweine überzeugen durch Vielfalt im Glas

REICHELSHEIM (mng.) Gegen den bodenständigen Schoppen aus verschiedenen Apfelsorten hat Armin Treusch natürlich nichts und das traditionelle Gerippte ist ihm ebenfalls recht. Da darf man den Gastronomen nicht falsch verstehen. Aber der Mann mit der sensiblen Nase hat auch einen Riecher für Neues. Er verweigert sich nicht von vorneherein bestehenden Möglichkeiten, greift sie auf und baut sie aus. Dies passt prima zu seinen sortenreinen Weinen von ausgesuchten Äpfeln, die er mit Liebe hegt, pflegt und kultiviert. Da spielt die reine Entdeckerfreude eine Rolle. Und wenn es den Gästen mundet, freut sich der kreative Kelterer wie ein Kind. Warum sollte nur der Winzer Weine mit zahllosen Varianten komponieren? Dass ein Apfel keine Traube ist und somit naturgemäße Beschränkungen bestehen, war dem Idealisten von Anfang klar. Aber gleich den Schöpfer in den Gärbottich schmeißen? Nicht mit Armin Treusch! Dem Himmel sei Dank dafür. Denn die Gäste in seinen beiden Lokalen belohnen ihn dafür mit Lob. Und so schafft der Überzeugungstäter in Sachen sortenreinem Ausbau immer wieder neue Varianten, die den verwöhnten Gaumen schmeicheln. Lieblich, herb oder rassig, auch mild und trocken, erfahren hier wieder ihre eigentliche Bedeutung im jeweiligen Getränk. Wenn die Düfte feine Nasen kitzeln, gehen die Mundwinkel nach oben und der Gaumen harrt der Benetzung. Der Vergleich macht das Erleben reich. Denn Armin Treusch – wie entlehnen mal einen Begriff aus der Heilkunde – macht den Apfel zum ganzheitlichen Erlebnis. Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken. Für Treusch sind diese Verben untrennbar mit einander verbundene Hauptwörter. In diesen Genuss kommt man am Sonntag, dem 8. Oktober, wenn ab 18 Uhr acht wunderbare Weine verkostet werden. Dazu berichten Elke und Armin Treusch im lockeren Plauderton über die Idee und die Herstellung der jeweiligen Kostproben. Zudem darf man an der Philosophie des Kenners teilhaben und mit dem Schankwirt der sortenreinen Sensationen diskutieren. Dazu gibt es Deftiges und Süßes in gewohnter regionaler Qualität. www.treuschs-schwanen.com

Eine Apfelsorte, ein Wein. Armin Treusch ist von seiner Philosophie überzeugt und das kann man schmecken. (Foto: Hessenagentur / Blofield)

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Von gewieften Detektiven und der Suche nach Kalbfleisch

Streuobstwiesenretter verfolgen die Spur einer alten Apfelsorte

Es ist wohl das weiße Fruchtfleisch, das der Frucht diesen regionalen Namen gegeben hat. Doch wo ist er, der Kalbfleisch-Apfel, der sortentechnisch Odenwälder Borsdorfer heißt? Akribisch gehen die jungen Streuobstwiesenretter aus dem Ried diesem Rätsel nach, das auch Pomologen beschäftigt. Mit ihren Recherchen zu vergessenem Obst, konnten die Jungs auch schon den verschollen geglaubten Spitzrabau wieder ans Tageslicht holen. Nur wenige Kalbfleisch-Äpfel sind gesichert, einen von ihrer Existenz zeugenden Altbaum bei Richen im Umstädter Land, gibt es nicht mehr. Lediglich Fotodokumente zeugen von Stamm und Früchten. Ist der genannte und angeführte Odenwälder Borsdorfer, der auch als Engelsberger Winterborsdorfer zu finden ist, nun tatsächlich mit dem Kalbfleisch identisch? Fruchtproben sollen darüber Aufschluss geben. Wer weiß etwas? Wer kennt den lokalen Namen? Wo ist ein solcher Baum zu finden? Eine Quelle aus dem Jahr 1915 verortet den Kalbfleisch-Apfel in die Provinz Starkenburg und in die Gegend um Offenbach. Kurzer Steckbrief: „Klein bis mittelgroß, plattrund, gelbgrün, später weißgelb und oft rot gestreift. Das Fruchtfleisch ist weiß, saftig und ohne Gewürz.“ Er reift von Dezember bis April. Nachtrag: Sollte jemand die Lengfelder Weinbirne kennen, von der anscheinend nur noch der Name übriggeblieben ist, danken die Streuobstwiesenretter für die hilfreichen Tipps. Übrigens: Dem zur Fahndung ausgeschriebenen Obst droht keine Haft. Bei erfolgreicher Lokalisierung ist aber eine Vermehrung nicht ausgeschlossen! www.streuobstwiesenretter.de

So sieht er wohl aus, der Kalbfleisch-Apfel, nachdem so intensiv gefahndet wird. (Foto: Streuobstwiesenretter)